In dieser Geschichte wird Chandlers Detektiv, er heißt John Evans, in die Berge gerufen, in den Luftkurort Puma Point, wo ihn jemand, der ein Problem hat, dringend zu sprechen wünscht. Obwohl Evans pünktlich ist, kann das Gespräch nicht mehr stattfinden. Damit ist die Geschichte keineswegs zuende, sie fängt erst an: in mehrfacher Hinsicht. Einmal geht es nicht, wie sonst bei Chandler, um die Großstadt Los Angeles, die "abgebrühte Stadt, mit nicht mehr Persönlichkeit als ein Papierbecher", sondern um die trügerische Idylle an einem Hochgebirgssee, von der Sheriff Baron behauptet, es gäbe dort keine Verbrechen, weil in den Bergen nicht viel dazu verlockt und weil die Gebirgler urfriedliche Leute sind. Zum anderen geht es eben nicht um die Gebirgler, sondern - die Geschichte erschien 1941 - um Geheimagenten Nazi-Deutschlands, die versuchen, in den USA die Voraussetzungen für eine erfolgreiche subversive Tätigkeit zu schaffen. Sheriff Baron musß sich am Ende davon überzeugen, daß es in seinen südkalifornischen Bergen doch Verbrechen gibt, allerdings solche, von denen er sich nichts hat träumen lassen, weil sie anders sind als kleine Schlägereien oder Trunkenheit am Steuer, womit er sonst spielend fertig wird.
Christian Brückner: Evans
Peter Ehrlich: Barron
Peter Franzon: Fred Lacey
Antje Hagen: Mrs. Lacey
Peter Lieck: Luders
Rolf Dienewald: Charlie
Ilona Grübel: Gertrude
Helmut Wöstmann: Weber
Gert Keller: Portier
Christel Körner: Anna
Horst-Werner Loos: Doc
Wolfgang Reinsch: Holmes
Heinz Werner Krähkamp: Andy
Vorlage Kurzgeschichte 'No Crime in the Mountains': Raymond Chandler
Hörspielbearbeitung und Regie: Hermann Naber
Ton: Ludwig Groß
Schnitt: Christiane Köhler
Musik: Peter Zwetkoff
Regieassistent: Johannes Hertel, Arturo Möller
Laufzeit: 59 Min. |