Winnetou I
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Winnetou I
Winnetou I
Deutschland; Jugoslawien; Frankreich 1963 - 100 Min.
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Inhalt

Der junge Apachenkrieger Schwarzer Adler soll für seinen Stamm einige Goldstücke vom Berg Nugget-tsil holen. Dabei fällt er dem Banditen Santer und seinen Leuten in die Hände, der ihn foltern lässt, um herauszubekommen, woher das Gold stammt. Da Schwarzer Adler schweigt und widerspenstig ist, erschießt einer von Santers Kumpanen den Indianer.
Der Häuptlingssohn Winnetou beobachtet, dass gegen alle Abmachungen eine Eisenbahnlinie durchs Apachengebiet gebaut wird. Ein deutscher Vermessungsingenieur, der wegen seiner schnellen, harten Faust auch Old Shatterhand gerufen wird, hatte für die Great Western Railway den entsprechenden Streckenabschnitt so vermessen, dass er im Halbkreis um das Gebiet der Apachen herumführt. Daher wird er in Chicago vom Chefingenieur Winter beauftragt, die Einhaltung des Generalplans zu kontrollieren.
Mit einem Versorgungstreck aus El Paso zieht Old Shatterhand zum Eisenbahnerlager. Die Scouts Sam Hawkens, Dick Stone und Will Parker schließen sich unterwegs an. Die Kiowas, die mit Santer im Bunde stehen, greifen den Wagenzug an, werden jedoch vertrieben.
Im Eisenbahnerlager kommt Old Shatterhand betrügerischen Machenschaften des Bauunternehmers Bancroft auf die Spur. Dieser und sein Teilhaber Santer wollen durch die Begradigung der Strecke einige hunderttausend Dollar der Baukosten einsparen und sich daran bereichern. Old Shatterhand stellt den Vermesser Bill Jones zur Rede, der die Bahn nach dem von Bancroft gefälschten Plan gutgläubig absteckt, obwohl sie widerrechtlich durch das Gebiet der Apachen führt. Die Great Western hatte garantiert, die Jagdgründe der Apachen nicht zu verletzen, es sei denn, man einigt sich bei technischen Schwierigkeiten mit den Indianern. Als Vermessungsingenieur weiß Old Shatterhand jedoch, dass es in diesem Abschnitt keine solchen technischen Schwierigkeiten gibt. Er weist Jones an, das gesamte Material zur ursprünglich geplanten Strecke abzutransportieren, als Winnetou und der weiße Berater der Apachen, Klekih-petra, auftauchen. Während Old Shatterhand mit ihnen verhandelt, erscheint plötzlich Santer mit seinen Leuten. Er erschießt Klekih-petra, nimmt Winnetou gefangen und liefert ihn an die Kiowas aus, die Todfeinde der Apachen. In der Nacht gelingt es Old Shatterhand, Winnetou vom Marterpfahl der Kiowas loszuschneiden. Dabei gibt er sich zwar nicht zu erkennen, nimmt aber Winnetous Amulett, eine Kette mit einer Grizzlybärenkralle, an sich.
Old Shatterhand und die Bahnarbeiter ziehen nun nach Roswell, ein neu gegründeter Ort an der Bahnstrecke, wo sich Santer und seine Leute im Saloon verbarrikadiert haben. Nach einer verlustreichen Schießerei wird der Saloon schließlich mit Hilfe einer umgeleiteten Lokomotive zerstört, doch da erscheinen die Apachen, um den Tod Klekih-petras zu rächen. Old Shatterhand wird von Winnetou im Kampf schwer verletzt und mit Hawkens, Stone und Parker in die Indianersiedlung verschleppt.
Der schwerverletzte Old Shatterhand wird von der Häuptlingstochter Nscho-tschi gesundgepflegt, bevor er mit seinen Gefährten am Marterpfahl sterben soll. Old Shatterhand offenbart sich nun als Retter Winnetous aus der Hand der Kiowas, kann dies aber nicht beweisen, da seine Jacke mit dem Amulett in Roswell zurückgeblieben ist. Darum soll ein Gottesurteil entscheiden. Bei einem Kampf auf Leben und Tod mit dem Häuptling Intschu-tschuna siegt Old Shatterhand, verschont jedoch dessen Leben. Zudem hat Nscho-tschi Old Shatterhands Jacke in Roswell gefunden und kann das Amulett als Beweisstück präsentieren. Daraufhin wird Old Shatterhand Winnetous Blutsbruder.
Winnetous Schwester Nscho-tschi hat sich während der Pflege des verletzten Old Shatterhand in ihn verliebt. Um die Sprache und Sitten der Weißen zu erlernen, möchte die junge Frau nach St. Louis ziehen. Die dafür erforderlichen Mittel will sie sich aus dem Apachen-Goldschatz am Nugget-tsil besorgen. Mit einer Gruppe Apachenkrieger bricht man schließlich dahin auf. Da nur die Häuptlingsfamilie Zugang zum Gold haben soll, trennen sich für kurze Zeit Intschu-tschuna und seine Kinder von Old Shatterhand und den Apachen. Santer lauert mit seinen Männern der Dreiergruppe auf, erschießt Intschu-tschuna und trifft auch Nscho-tschi. Doch Old Shatterhand hat die Spur von Santers Bande entdeckt und kommt mit den Kriegern Winnetou und seiner Schwester zu Hilfe. Die Banditen finden den Tod. Der angeschossene Santer hängt an einer Felsklippe, von der er schließlich zu Tode stürzt. Die schwer verletzte Nscho-tschi stirbt. Winnetou versichert seinem Blutsbruder, dass sie ihn geliebt habe, worauf Old Shatterhand erwidert, dass auch er Nscho-tschi geliebt habe und sie nie vergessen werde.

Nach dem großen Erfolg von Der Schatz im Silbersee legte Harald G. Petersson bereits am 17. Januar 1963 ein 24-seitiges Exposé zum geplanten neuen Film Winnetou 1. Teil vor. Dabei hielt er sich relativ nah an die Romanvorlage, setzte aber an die Stelle des Banditen Rattler Winnetous Erzfeind Santer, der wie im Roman zunächst überleben und erst in Winnetou 3. Teil umkommen sollte. Am 1. April 1963 fand bei der Constantin Film eine Drehbuchbesprechung unter Leitung von Chefdramaturg Gerhard F. Hummel statt. Er setzte zahlreiche Änderungen am Drehbuch durch. Aus der Stadt Tascona wurde nun Roswell, eingeführt wurden ferner die Kiowas, der Planwagenüberfall und die Lok-Saloon-Szene. Santer sollte nun bereits am Ende dieses Filmes getötet werden. In der ersten Juniwoche des Jahres 1963 war das endgültige Drehbuch fertig.

Am 1. Juli 1963 begannen die Dreharbeiten. Das Standquartier der Filmcrew befand sich im Hotel Zagreb der kroatischen Stadt Zadar. Als „Nugget Tsil“ wählte man den charakteristischen Gipfel Tulove Grede im Velebit. Dort wurde gleich zu Beginn die Sterbeszene Nscho-tschis gedreht. Für Santers letzte Szene wurde Mario Adorf mit einem durch den Ärmel geführten Stahlseil und einem Feuerwehrgürtel an einen Felsen gehängt. Auch der Kameramann Kalinke wurde samt Kamera für diese Szene angeleint. Am Fuß des Berges wurde das Eisenbahnercamp mit der Bahnstrecke errichtet. Auf einem Plateau über dem Fluss Zrmanja erbaute Architekt Vladimir Tadej das Apachen-Pueblo, welches allerdings nur aus einer Frontansicht bestand. Der Ausblick auf die Zrmanja (im Film als "Rio Pecos" bezeichnet) wurde ein charakteristisches Motiv der Winnetoufilme.
Im Fluss ließ der Regisseur Harald Reinl den Kampf zwischen Old Shatterhand und Intschu-tschuna stattfinden. Die Aufnahmen erfolgten von einem Floß aus, das von einem Motorboot vor den Kanus der Kontrahenten hergezogen wurde. Auch die Unterwasseraufnahmen wurden am Originalstandort gedreht. Sämtliche Nachtaufnahmen entstanden mit Hilfe eines Filters am hellen Tag (Day-for-Night oder auch Amerikanische Nacht).
Die Westernstadt Roswell wurde in der Nähe der Ortschaft Zecevo an der Bahnstrecke von Zadar nach Knin aufgebaut. Das Filmteam nahm nun im Hotel Jadran in der Küstenstadt Šibenik Quartier. Einer der Höhepunkte des Filmes ist die totale Zerstörung eines Western-Saloons durch eine echte Lokomotive. Dazu hatte man eine mehrere hundert Meter lange Abzweigung von der Bahnlinie gebaut. Erschwerend kam bei den Dreharbeiten hinzu, dass diese Szene nur ein einziges Mal gedreht werden konnte, denn danach war der Saloon total zerstört, und die Zeit lief der Filmcrew davon. Die Szene gelang, Erwin Lange zündete effektvoll die Explosion, als die Lok in den Saloon einbrach.
An den Krka-Fällen bei Skradin fanden die romantischen Szenen zwischen Old Shatterhand und Nscho-tschi statt. Nicht weit davon entfernt, in der Nähe der Stadt Knin, erfolgte in einem Talkessel das Treffen zwischen Santer und dem Schwarzen Adler.
Zuletzt fand sich das Filmteam in Rijeka ein. Bei Grobnik Polje, wo bereits Butlers Farm aus Der Schatz im Silbersee stand, wurde der Überfall der Kiowas auf den Planwagentreck gedreht. Bei den Filmaufnahmen wurden mehrere parallel fahrende Planwagen von Lastkraftwagen gezogen. Unerwartet traf man auf ein Filmteam um Jürgen Roland, das gerade Die Flußpiraten vom Mississippi drehte. Mit der Sprengung des Pulverwagens endeten die Aufnahmen.
Die Büffeljagdszenen wurden aus dem amerikanischen Film Die letzte Jagd übernommen. Sie sind erneut in Winnetou 3. Teil zu sehen.

Am 11. Dezember 1963 fand im Mathäser-Filmpalast in München die Uraufführung des Films statt. Fast alle Hauptdarsteller waren anwesend und verbeugten sich auf der Bühne vor dem Publikum. Der Erfolg war überwältigend. 1967 brachte Constantin eine um sieben Minuten gekürzte Fassung mit der neuen Altersfreigabe von 6 Jahren heraus. 1971 kam der Film noch einmal in die Kinos und fand nach wie vor ein breites Publikum.

Der Film erhielt die Goldene Leinwand für über 3 Millionen Besucher innerhalb von 12 Monaten, verliehen am 17. September 1964 in der Lichtburg in Essen anlässlich der Uraufführung von Winnetou 2. Teil.
Darüber hinaus errang er auch den Bambi für den geschäftlich erfolgreichsten Film 1964, verliehen im Mai 1965 im Deutschen Museum in München.

Starttermine:
11.12.1963 Deutschland Erstaufführung Mathäser-Filmpalast, München
20.12.1985 Deutschland Kinostart DDR
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Besetzung
Nr. Darsteller Rollenname Synchronsprecher Bild InfoIMDb
1 Lex Barker Old ShatterhandGert Günther Hoffmann  
2 Pierre Brice WinnetouChristian Wolff  
3 Marie Versini Nscho-tschiIlse Pagé  
4 Mario Adorf Frederick SanterRainer Brandt  
5 Walter Barnes Bill JonesArnold Marquis  
6 Chris Howland Lord Tuff-TuffChris Howland  
7 Ralf Wolter Sam HawkensRalf Wolter  
8 Milivoje Popovic-Mavid
(als Mavid Popovic)
Intschu-tschunaBenno Hoffmann  
9 Dunja Rajter BelleUrsula Heyer  
10 Niksa Stefanini BullockHeinz Lausch  
11 Branko Spoljar BancroftToni Herbert  
12 Husein Cokic Will Parker  
13 Demeter Bitenc Dick Stone  
14 Tomoslav Erak TanguaGerd Duwner  
15 Hrvoje Svob Klekih-petraKnut Hartwig  
16 Dusko Dobudj Schwarzer Adler  
17 Vladimir Krstulovic
(als Vlado Krstulovic)
Harvey  
18 Ilija Ivezic JoaquinErich Poremski  
19 Tedy Sotosek Randolph  
20 Antun Nalis Barman HicksJochen Schröder  
21 Vladimir Bosnjak Lemmy  
22 Ana Kranjcec Vollmond  
23 ime Jagarinac Apache  
24 Ivo Kristof
(als Ivo Kristof)
Treck Man  
25 Gojko Mitić
(als Gojko Mitic)
  
Nicht genannte Darsteller
26 Curt Ackermann ErzählerCurt Ackermann  
27 Karl Dall Saloongast  
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Stab
Musik
Martin Böttcher
Drehbuch
Harald G. Petersson (als H.G. Petersson), Karl May (romanvorlage)
Kamera
Ernst W. Kalinke
Schnitt
Hermann Haller
Produktionsfirmen
Atlantis Film, Jadran Film, Rialto Film, Société Nouvelle de Cinématographie (SNC)
Produktionsleitung
Erwin Gitt, Josip Lulic (2nd unit)
Ton
Fedor Jeler
Regieassistent
Slavko Andres, Charles Wakefield
Szenenbild
Vladimir Tadej
Kostüme
Irms Pauli
Maske
Gerda Wegener, Walter Wegener
Produzent
Horst Wendlandt
Regie
Harald Reinl, Stipe Delic (2nd unit)
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2. Teil der Serie "Karl Mays Winnetou"
Folge Titel Jahr
1 Der Schatz im Silbersee 1962
2 Winnetou I 1963
3 Winnetou II 1964
4 Winnetou III 1965
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Typ Titel Label Land Datum
Bonus Winnetou I Deutschland
HSP Winnetou WDR Deutschland
HSP Winnetou I Europa Deutschland
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Soundtrack
Typ Titel Label Land Datum
OST Winnetou I Deutschland
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