Der Schatz im Silbersee
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Der Schatz im Silbersee
Der Schatz im Silbersee
Deutschland; Jugoslawien; Frankreich 1962 - 106 Min.
Internationale Titel
Der Schatz im Silbersee Deutschland
El tesoro del lago de plata Argentinien; Mexiko; Peru
De schat aan het Zilvermeer Belgien
O Tesouro dos Renegados Brasilien
Poklad na Stříbrném Jezeře Tschechosllowakei
Skatten i Sølvsøen Dänemark
The Treasure of the Silver Lake Weltweit
Hopeajärven aarre Finnland
Le trésor du lac d'argent Frankreich
O thisavros tis hamenis limnis Griechenland
Az Ezüst-tó kincse Ungarn
Il tesoro del lago d'argento Italien
Sølvsjøens forbannelse Norwegen
Skarb w Srebrnym Jeziorze Polen
O Tesouro do Lago da Prata Portugal
Comoara din lacul de argint Rumänien
Zaklad v srebrnem jezeru Slowenien
El tesoro del lago de la plata Spanien
Skatten i Silversjön Schweden
Daglarin Kahramani Türkei
Internationale Titel ausblenden
Inhalt

Im kleinen Westernstädtchen Tulsa trifft eine überfallene Postkutsche ein. Darin liegt der ermordete Vater von Fred Engel. Freds Vater hatte einen Teil einer Schatzkarte bei sich, die zum geheimnisvollen Silbersee führt und von Männern des Banditen Colonel Brinkley geraubt wurde. Fred macht sich auf die Suche nach den Mördern seines Vaters und trifft mit Sam Hawkens und dem reimenden Gunstick-Uncle auf Old Shatterhand und Winnetou, die das Verbrechen anhand von Spuren ebenfalls schon entdeckt haben.
Old Shatterhand erfährt von Fred, dass der zweite Teil der Schatzkarte sich auf der befestigten Farm von Mrs. Butler in den Händen von Engels Partner, Mr. Patterson, befindet. Da jedoch auch ein Spion Brinkleys dieses Gespräch belauscht hat, ist ein Angriff der Banditen auf die Farm zu erwarten. Gerade noch rechtzeitig treffen die Helden ein, um den ersten Angriff der Banditen auf die Farm abzuwehren. Brinkleys Männer können jedoch Mr. Patterson und seine Tochter Ellen, die gerade von einem Ausritt zurückkehren, gefangen nehmen und wollen sie nur gegen Herausgabe des zweiten Schatzkartenteils, den Patterson auf der Farm zurückgelassen hatte, freigeben. Durch einen verborgenen Fluchttunnel können Old Shatterhand und Fred die Farm verlassen, Patterson und seine Tochter befreien und sie zur Farm zurückbringen. Wütend beginnen die Banditen erneut einen Angriff auf die Farm. In letzter Sekunde trifft Winnetou mit Indianern vom Stamm der Osagen ein. Mit dieser Verstärkung gelingt es, die Banditen in die Flucht zu schlagen.
Auf dem Weg zum Silbersee werden Old Shatterhand, Winnetou und der Rest der Gruppe, der sich auch der nach Schmetterlingen suchende englische Lord Castlepool angeschlossen hat, vom Stamm der Utahs umzingelt, die glauben, die Truppe habe ihr Dorf niedergebrannt. In Wirklichkeit war das Indianerdorf von Brinkley und seinen Banditen überfallen worden. In dem Durcheinander gelingt es Brinkley überdies, Ellen zu entführen und Fred ebenfalls gefangen zu nehmen. Old Shatterhand muss mit dem Häuptling der Utahs, „Großer Wolf“, einen Kampf auf Leben und Tod bestreiten, um die Indianer von der Unschuld seiner Freunde zu überzeugen. Old Shatterhand gewinnt den Kampf, wobei er den „Großen Wolf“ bewusstlos schlägt, schont das Leben des Häuptlings und kann mit seinen Gefährten ungehindert die Indianer verlassen.
Eine erneute Verzögerung der Reise zum Silbersee tritt ein, als der Unterhäuptling der Utahs, „Rollender Donner“, auf eigene Faust mit seinen Kriegern die Truppe um Old Shatterhand angreift und daraufhin vom eigenen Häuptling „Großer Wolf“ erschossen wird. Nach dem Rauchen der Friedenspfeife machen sich die Helden zusammen mit den Indianern auf den Weg zum Silbersee, wo Brinkley bereits mit Ellen und Fred eingetroffen ist. Die Banditen beginnen, ein Floß zu bauen. Fred und Ellen gelingt beinahe die Flucht, doch kurz nachdem sie den See durchschwommen haben, werden sie von einem Posten entdeckt, der eigentlich bei den Pferden bleiben sollte. Brinkley fährt mit seinen engsten Kumpanen über den See zu einer Höhle, in der sich der Schatz befindet. Sollten sie nicht rechtzeitig nach drei Stunden zurückkehren, soll Fred gehängt werden. Was die Verbrecher mit Ellen tun dürfen, stellt er ihnen frei.
In der Höhle treffen die Banditen auf den alten Indianer „Großer Bär“, der den Schatz bewacht, und schlagen ihn nieder. Gleich nach dem Anblick des Schatzes, der sich in einer Nische innerhalb der Höhle befindet, fallen die Banditen im Rausch übereinander her; zuletzt erschießt Brinkley seine Kumpane. Als er gerade nach dem Schatz greift, rafft sich der niedergeschlagene Indianer auf und zieht an einer Kette, wodurch der Schatz und Brinkley in die Tiefe stürzen. Brinkley versinkt in einem unterirdischen Moor.
Da niemand mehr da ist, um Bericht zu erstatten, verlieren die am Ufer wartenden Banditen die Geduld und wollen Fred töten. Als Old Shatterhand und seine Begleiter mit den Indianern am Silbersee eintreffen, können sie Freds Ermordung in letzter Sekunde verhindern, indem Old Shatterhand den Henkersstrick durchschießt. Die Banditen werden besiegt, und Lord Castlepool findet auf der Schulter eines der Banditen sogar den extrem seltenen Schmetterling Papilio polymnestor parinda. Zufrieden mit dem Ausgang trennen sich Indianer und Helden, und sie reiten neuen Abenteuern entgegen.

Initiator des Films war der Produzent Horst Wendlandt, der seine wichtigsten Partner Preben Philipsen, dem mehrheitlich die Rialto Film gehörte, und Waldfried Barthel, den Chef der Constantin Film, aufgrund der Beliebtheit der Karl-May-Romane von der vielversprechenden Großproduktion überzeugen konnte.

In Konsul Barthels Ferienhaus in Garmisch-Partenkirchen entwickelten Gerhard F. Hummel und Hanns Wiedmann in mehrwöchigen Klausuren die ersten Handlungsentwürfe für eine Winnetou-Serie, deren Treatments zur Grundlage von Der Schatz im Silbersee sowie Winnetou I und Winnetou II wurden. Am 20. Januar 1962 kam es in der Münchner Constantin-Zentrale zum Abschluss des Filmrechtevertrages für die Romane Der Schatz im Silbersee und die Winnetou-Trilogie zwischen Barthel, Philipsen und Joachim Schmid aus der Bamberger Verlegerfamilie Schmid für den Karl-May-Verlag.

Mit Der Schatz im Silbersee begann die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Rialto Film und der jugoslawischen staatlichen Filmfirma Jadran Film, die aufgrund mehrerer in Jugoslawien entstandener Sandalenfilme bereits über große Erfahrung mit aufwändigen Kostüm- und Reiterfilmen verfügte.

Als Regisseur sah Wendlandt Alfred Vohrer vor, doch Waldfried Barthel konnte den erfahrenen Bergfilmer Harald Reinl durchsetzen. Als Darsteller des Old Shatterhand stand für Wendlandt von Beginn an Lex Barker fest, während die ideale Winnetou-Besetzung lange gesucht werden musste. Der Vorvertrag mit Guy Williams wurde wieder aufgelöst, da sich Wendlandt nach einer Begegnung am Rande der Berlinale 1962 für Pierre Brice entschied.

Die Kostüme für Old Shatterhand und Winnetou entwarf die Kostümbildnerin Irms Pauli. Um Winnetou ein markantes Aussehen zu geben, setzte sie ein Kostüm mit Perlenstickerei durch. Das Lederwams von Old Shatterhand sollte ursprünglich mit einem Streifenbesatz versehen sein. Sie orientierte sich dann jedoch an der Garderobe, die Barker in dem Film Lederstrumpf: Der Wildtöter 1957 trug. Das Shatterhand-Kostüm ist aber deutlich vornehmer, wozu auch der mit Silberbeschlägen versehene Navajo-Gürtel aus Barkers Privatbesitz beitrug.

Am 6. August 1962 begannen die Dreharbeiten, die Presse wurde darüber erst am 17. August informiert. Die Außenaufnahmen am Silbersee drehte man gleich zu Beginn an den Plitvicer Seen im Dinarischen Karst. Als Silbersee diente der See Kaluđerovac. Die Schatzhöhle dort ist eine kleine natürliche Höhle, die Innenaufnahmen entstanden im Studio. Die dramatische Schlussszene, als Fred gehängt werden soll, entstand am großen Wasserfall am See Galovac. Die Indianer wurden von Bewohnern der Ortschaft Plitvička Jezera dargestellt. Die Butler-Farm wurde im Tal von Grobnik (Grobničko polje) in der Nähe der Hafenstadt Rijeka in Kroatien (damals Jugoslawien) erbaut. In der Paklenica-Schlucht (bei Starigrad) entstanden die Westernstadt Tulsa, das Tramp-Lager „El Doro“ und die Aufnahmen im Geistercanyon. Der im Film zu sehende Fluss ist der Zrmanja. Am 1. Oktober 1962 war der letzte Drehtag. Der Rohschnitt war am 25. Oktober beendet, der Feinschnitt am 2. November. Vom 14. bis 20. November fand die Sprachsynchronisation statt, die Musikaufnahmen im Studio Hamburg dauerten vom 21. bis 23. November. Insgesamt kostete die Produktion 3,5 Millionen DM.

In der Programmzeitschrift Bild und Funk erschien in der Art eines Fortsetzungsromans ab November 1962 der Film als Bildergeschichte. Die Uraufführung am 12. Dezember 1962 im Universum in Stuttgart und die Erstaufführung in München im Mathäser am 14. Dezember fanden ein begeistertes Publikum. Der erste Karl-May-Film, der im Wilden Westen spielt, war ein großer Erfolg. Bei Produktionskosten von 3,5 Millionen DM erbrachte er ein Einspielergebnis von 6,4 Millionen DM. Im Jahr 2019 wurde er noch einmal in Wiederaufführung im Kino gezeigt, nachdem er zuvor zuletzt 1971 in den Kinos erschienen war. Im deutschen Fernsehen war der Film erstmals am 23. März 1974 zur Hauptsendezeit im ZDF zu sehen. In der DDR wurde der Film erstmals 1983 im Fernsehen ausgestrahlt, 1984 kam er in die Kinos.

Die Filmmusik von Martin Böttcher wurde prägend für die weiteren Karl-May-Verfilmungen. Das Hauptthema des Films, die „Old-Shatterhand-Melodie“, wurde als Single über 100.000-mal verkauft. Das war zu der Zeit sehr ungewöhnlich, zumal es sich noch um instrumentale Filmmusik handelte.

Zu Beginn des Films trägt Old Shatterhand, gemäß der literarischen Vorlage, eine der wenigen Male einen Vollbart, den er jedoch bald darauf abrasiert. In Winnetou I trägt er ein weiteres Mal einen Vollbart. Auch den Hut, der an seinem Sattel hängt, setzt er nie auf. Damit unterscheidet sich die Darstellung seines Westmannes von denen in US-amerikanischen Westernfilmen. Auch bei der Wildtöter-Verfilmung trug Barker bereits keine Kopfbedeckung. In den Karl-May-Filmen mit Old Surehand, gespielt von Stewart Granger, trägt dieser immer einen Hut. Der Verzicht auf den Bart und den alten Hut stehen für die deutlich sichtbare Modernisierung der Figur des Old Shatterhand. Die Filmemacher wollten deutlich auf Distanz zu der Figur gehen, die Karl May in seinen Büchern beschrieb, um sie für das jugendliche Publikum attraktiver zu machen. Die Rasur-Szene in Tulsa wurde deshalb sichtbar herausgestellt.

Der Film und das Buch haben vergleichsweise wenig gemeinsam. Die Handlung wurde stark verändert. Außerdem treten zum Beispiel Old Firehand und Tante Droll nicht auf. Dafür tritt im Film Sam Hawkens auf, der im Roman nicht erwähnt wird. Fred Engel und Ellen Patterson sind im Buch Kinder, im Film jedoch Erwachsene.

Barker bekam für seine Rolle eine Gage von 120.000 DM.

Pierre Brice war nicht überzeugt von seiner Rolle. Durch die wenigen Dialoge war der Indianer keine darstellerische Herausforderung für ihn. Er versuchte, den Regisseur zu überreden, ihm mehr Dialog zuzugestehen, was dieser jedoch ablehnte. Er wurde von Reinl aufgefordert, weiterhin nur stolz zu blicken, zu schweigen und eine edle Haltung zu bewahren, das sei hervorragend für die Wirkung der Figur. Da er damals als Schauspieler noch weitgehend unbekannt war, betrug seine Gage 42.000 DM.

Herbert Lom erhielt 78.000 DM Gage.

Für die Dreharbeiten wurden 3000 Statisten und 2500 Pferde eingesetzt.

Der Film erhielt die Goldene Leinwand für über 3 Millionen Besucher innerhalb von 12 Monaten, verliehen am 22. Januar 1964 im Mathäser-Filmpalast, München. Der Schatz im Silbersee ist der erste Träger dieses Preises.
Weiterhin erhielt er eine Spielfilmprämie über 200.000 DM des Bundesministeriums des Inneren (1963) und einen Bambi für den geschäftlich erfolgreichsten Film 1963, verliehen am 19. April 1964 in der Schwarzwaldhalle, Karlsruhe.
Am 21. August 1962 hatte die Constantin Film bei der Filmbewertungsstelle Wiesbaden einen Antrag auf Prädikatisierung gestellt. Die Filmbewertungsstelle verweigerte jedoch zunächst ein Prädikat. Ihr Gutachten urteilte, das Drehbuch habe die Fabel aus der Vorlage von Karl May nicht überzeugend entfaltet. Die Geschichte sei mit penetrantem Ernst durchgespielt worden, der Regie mangele es an straffer Führung, die Kameraarbeit sei abgesehen von einigen Bildfolgen am Silbersee recht durchschnittlich. Für keine einzige schauspielerische Leistung sei ein Prädikat zu verantworten. Der Hauptausschuss der Filmbewertungsstelle revidierte jedoch am 24. Januar 1963 das ursprüngliche Urteil und verlieh der Verfilmung Der Schatz im Silbersee das Prädikat „wertvoll“.

Starttermine:
14.12.1962 Deutschland Kinostart Erstaufführung
31.05.1984 Deutschland Kinostart DDR
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Besetzung
Nr. Darsteller Rollenname Synchronsprecher Bild InfoIMDb
1 Lex Barker Old ShatterhandHorst Niendorf  
2 Pierre Brice WinnetouHerbert Stass  
3 Götz George Fred EngelGötz George
4 Herbert Lom Cornel BrinkleyHerbert Lom  
5 Karin Dor Ellen PattersonKarin Dor  
6 Marianne Hoppe Mrs. ButlerMarianne Hoppe  
7 Eddi Arent Lord CastlepoolEddi Arent  
8 Ralf Wolter Sam HawkensRalf Wolter  
9 Sima Janicijevic
(als Jan Sid)
PattersonErwin Linder  
10 Ilija Ivezic HiltonHans Walter Clasen  
11 Mirko Boman Gunstick UncleGerd Martienzen  
12 Branko Spoljar Doc Jefferson HartleyJosef Dahmen  
13 Milivoj Stojanovic KnoxRudolf Fenner  
14 Slobodan Dimitrijevic Rollender DonnerRolf Mamero  
15 Jozo Kovacevic Großer WolfUwe Friedrichsen  
16 Velimir Chytil
(als Velimir Hitil)
WoodwardBenno Gellenbeck  
Nicht genannte Darsteller
17 Thomas Alder Mann im Saloon  
18 Karl Dall Mann im Saloon  
19 Sime Jagarinac Häuptling der Osagen  
20 Rolf Mamero ErzählerRolf Mamero  
21 Vladimir Medar Saloon-WirtHeinz Klevenow  
22 Antun Nalis BrunsBenno Gellenbeck  
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Stab
Musik
Martin Böttcher
Drehbuch
Harald G. Petersson (Buch als H.G. Petersson), Karl May (romanvorlage)
Kamera
Ernst W. Kalinke
Schnitt
Hermann Haller
Produktionsfirmen
Rialto Film, Jadran Film, Société Nouvelle de Cinématographie (SNC)
Produktionsleitung
Erwin Dräger, Leif Feilberg, Stipe Gurdulic
Ton
Erik Molnar
Spezialeffekte
Erwin Lange
Regieassistent
Slavko Andres, Charles Wakefield
Szenenbild
Dusan Jericevic
Kostüme
Irms Pauli
Maske
Charlotte Kersten (als Charlotte Schmidt-Kersten), Willi Nixdorf
Produzent
Horst Wendlandt, Erwin Gitt (EP), Zvonko Kovacic (EP)
Regie
Harald Reinl, Radenko Ostojic (2nd unit)
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2. Teil der Serie "Karl Mays Winnetou"
Folge Titel Jahr
1 Winnetou I 1963
2 Der Schatz im Silbersee 1962
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Soundtrack
Typ Titel Label Land Datum
OST Der Schatz im Silbersee Deutschland
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