Im amerikanischen Südwesten hat sich der alternde Revolverheld Jack Beauregard viele Feinde gemacht. Zur Handlungszeit (1899) will er sich ohne großes Aufsehen nach Europa einschiffen, um sich dort zur Ruhe zu setzen. Während er noch den Nachstellungen seiner Feinde, die ihn nicht so einfach gehen lassen wollen, geschickt ausweicht, trifft er auf das schräge Schlitzohr Nobody, einen seiner größten Bewunderer. Nobody ist fest dazu entschlossen, seinem Idol einen fulminanten, denkwürdigen Abgang zu verschaffen, und arrangiert gekonnt dessen Konfrontation mit der „Wilden Horde“, einer kampfstarken Bande aus 150 Outlaws. Beauregard bleibt keine Wahl, so dass er tatsächlich mit einer letzten Heldentat in die Geschichte eingeht - er besiegt die Bande allein, indem er auf die mit Dynamit gefüllten Satteltaschen der Reiter schießt. Um sich ihrer Rache zu entziehen, lässt sich Beauregard anschließend von Nobody in einem inszenierten Duell in aller Öffentlichkeit zum Schein erschießen, wodurch Nobody zum Revolverhelden aufsteigt und Beauregard einem ungestörten Lebensabend entgegensehen kann. Auf dem Grabstein von Beauregard ist am Ende zu lesen: Nobody (Niemand) war schneller beim Ziehen.
Der Filmtitel zitiert die Odyssee: Odysseus überlistet den Polyphem, indem er sich als „Niemand“ zu erkennen gibt.
Terence Hill arbeitete hier erstmals mit Italo-Western Veteran Sergio Leone zusammen, der die Idee zu diesem Film hatte und den Film auch produzierte. Mit Terence Hill und Sergio Leone trafen zwei echte Schwergewichte des Italo-Westerns aufeinander. Leone hatte mit Spiel mir das Lied vom Tod und der Dollar-Trilogie die lange Zeit erfolgreichsten Italo-Western abgeliefert. Wirtschaftlich übertroffen wurden sie erst von Enzo Barbonis Trinity-Filmen mit Terence Hill in der Hauptrolle. Kein Wunder, dass auch Mein Name ist Nobody ein großer Erfolg wurde. Zwischen Hill und Leone entstand eine enge Freundschaft. Sie arbeiten danach zwar nur noch ein weiteres Mal zusammen (Nobody ist der Größte, 1975), aber Leone weckte bei Hill das Interesse selbst als Regisseur zu arbeiten und stand ihm mit Rat und Tat zur Seite. In einem Interview erzählte Hill, dass Leone ihn sogar noch beim Dreh seines Regiedebüts Keiner haut wie Don Camillo besuchte.
Die Regie bei Mein Name ist Nobody führte Tonino Valerii, der zuvor mit Bud Spencer auch schon Sie verkaufen den Tod drehte. Es ist allerdings bekannt, dass einige wenige Szenen des Films von Sergio Leone selbst inszeniert wurden, z.B. die Szene mit dem pinkelnden Zugführer und das Trinkspiel im Saloon. Offiziell als Regisseur genannt ist allerdings nur Valerii.
In der Rolle des alternden Revolverhelden Jack Beauregard ist Hollywood-Star Henry Fonda zu sehen. Fonda drehte mit Leone schon Spiel mir das Lied vom Tod, feierte ansonsten aber vor allem in Hollywood große Erfolge.
Der charismatische Bösewicht in der Saloonszene, den Nobody auf Grund seines verzweifelten Zähneknirschens während des Trinkspiels "Mausezähnchen" nennt, wird gespielt von dem Stuntman Neil Summers. Summers war später noch in Mr. Billion zu sehen und spielte schließlich in Lucky Luke den Hilfssheriff Deputy Virgil. 35 Jahre nach Nobody war er im Jahr 2008 dann noch Stuntkoordinator bei Doc West.
Der Soundtrack stammt aus der Feder von Ennio Morricone, der auch schon Leones vorherige Erfolge meisterhaft vertonte. Für den Titel The Wild Horde arrangierte Morricone einen Ausschnitt aus Wagners Ritt der Walküren. Beim Scheinduell hört man eine Version von The man with the Harmonica aus dem Film Spiel mir das Lied vom Tod, sowie weitere Musikalische Anspielungen auf Musikstücke aus Westernfilmen, in denen Henry Fonda einst mitwirkte. Das Titellied des Soundtracks stieg am 4. März 1973 sogar auf Platz 44 in die deutschen Charts ein.
Der Film ist eine italienisch-französisch-deutsche Ko-Produktion. Als deutsche Produktionsfirma war die Berliner Rialto Film mit im Boot, die hier das erste Mal nach den vier Karl May-Filmen wieder an einem Terence Hill-Film beteiligt war.
Der Film wurde zum Teil in den USA und zum Teil in Spanien gedreht. Zu den amerikanischen Drehorten gehörten die Geisterstadt Mogollon, Acoma Pueblo, Cobezon, White Sands und die Mission von San Esteban del Rey (alles in New Mexico), sowie die Stadt New Orleans. In Spanien wurde in Almería und Guadix gedreht.
In der Szene auf dem Friedhof ist ein Grabstein von Regisseur Sam Peckinpah zu sehen. Dieser hatte einst eine Zusammenarbeit mit Sergio Leone abgelehnt. Dennoch stellt die Wilde Horde eine Hommage an Peckinpahs Film "The Wild Bunch" von 1969 dar.
Das Dampfschiff "President", welches im Hintergrund vorbeifährt als Jack Beauregard auf der Sundowner seinen Brief an Nobody vorliest, wurde 1924 als "Cincinnati" gebaut und bekam den Namen "President" erst 1934. Der Film spielt allerdings im Jahr 1899.
Während des Trinkspiels hat Terence Hill tatsächlich Whisky getrunken. Terence wollte die Szene so realistisch wie möglich spielen und bestand daher auf echten Whisky, der allerdings mit Wasser verdünnt wurde. Laut eigenen Angaben ist ihm dieser bei den Dreharbeiten auch ganz schön zu Kopf gestiegen.
Die deutsche Fassung entstand bei der Rainer Brandt Film in Berlin. Rainer Brandt schrieb persönlich das Dialogbuch und führte auch die Dialogregie. Terence Hill wird erneut von Thomas Danneberg gesprochen. Auch hier legte Rainer Brandt den Protagonisten wieder allerhand Sprüche in den Mund, die in der Originalfasssung des Films nicht vorkommen. In diesem Fall kam dieses Vorgehen allerdings nicht bei allen Zuschauern an. Leone und Westernfans kritisieren, dass dadurch die Atmosphäre des Films leidet. Fans der Hill-Komödien empffinden die deutsche Fassung dagegen durchaus als gelungen.
Der Film lockte 1973 über 6,2 Millionen Zuschauer in die deutschen Kinos und wurde somit zu einem überragenden Erfolg. Es ist mit Abstand Terence Hills erfolgreichster Solofilm in Deutschland, wenn man mal seine Karl May-Filme ausklammert, in denen er ja nicht in einer Hauptrolle zu sehen war. Der Film wurde mit der Goldenen Leinwand ausgezeichnet.
Nobodys Sattel schenkte Terence Hill nach Ende der Produktion dem Künstler Renato Casaro als Dank für dessen erfolgreiche Plakat-Kampagne. 1990 konnte dieser ihn dann sogar zum Reiten benutzen, denn für seine Arbeiten zu "Der mit dem Wolf tanzt" bekam er ein passendes Pferd dazu geschenkt.
Der belgische Comic-Zeichner Jijé (Joseph Gillain) begleitete schon am Set die Dreharbeiten um die Filmvorlage direkt in einen Comic umzuwandeln. Leider wurde aus dem Comic nichts und es blieb lediglich bei einigen Konzeptzeichnungen. Einige dieser Zeichnungen wurden später im Rahmen eines Sonderhefts über den Zeichner Jijé im französischen Magazin Hop! veröffentlicht. |