Kindheit (1939 - 1945)
Terence Hill wird am 29. März 1939 als Mario Girotti in Venedig geboren. Sein Vater ist der aus dem italienischen Dorf Amelia stammende Chemiker Girolamo Girotti. Seine Mutter ist die aus Lommatzsch bei Dresden stammende Hildegard Thieme. Zur Familie Girotti gehören ansonsten noch Marios Brüder Odoardo und Piero. Im Jahr 1943 zieht die Familie in die sächsische Kleinstadt Lommatzsch, in die Heimat der Mutter. Marios Vater hat im nahen Dresden Arbeit gefunden. Gegen Ende des zweiten Weltkrieges wird die Familie Zeuge des Bombenangriffs auf Dresden. Sie übersteht den Krieg unversehrt, verlässt Deutschland direkt danach aber aus Furcht vor den Russen in Richtung Italien.
Einstieg ins Filmgeschäft (1951 - 1959)
Nach ein paar Jahren in Amelia in Umbrien zieht die Familie um das Jahr 1950 herum schließlich nach Rom. Mario ist ein begeisterter Schwimmer, Ruderer und Reiter. In Rom tritt er der Schwimm-Mannschaft Lazio bei. Während des Trainings dort trifft er oft auch Bud Spencer, der in derselben Mannschaft schwimmt. Mario bewundert ihn, stellt aber fest, dass er beim Training ziemlich faul ist. Beim Schwimmen trifft Mario auch auf den Assistenten des Regisseurs Dino Risi, der zu der Zeit fünf Jungs für seinen nächsten Film sucht. Er rät Mario sich beim Casting zu melden und das tut dieser schließlich auch. So kommt Mario im Jahr 1951 zu seiner ersten Filmrolle in dem Film Das große Ferienabenteuer. Er ist zu diesen Zeitpunkt gerade einmal 12 Jahre alt. Mario ist sich nicht sicher, ob die Schauspielerei das Richtige für ihn ist, übernimmt aber weitere kleine Rollen. Im Alter von 15 Jahren besucht er für drei Jahre den Schauspielunterricht am Actors Studio in Rom und ist in diesen Jahren ein gefragter Jungdarsteller. Im Jahr 1957 erlangt er erstmals größere Aufmerksamkeit, denn in diesem Jahr ist er im preisgekrönten Film Die große blaue Straße an der Seite von Yves Montand zu sehen. Bis zu seinem 20. Geburtstag im Jahr 1959 hat er schon in 20 Filmen mitgespielt.
Entscheidung für die Schauspielerei, Engagement in Deutschland (1959 - 1967)
Im Jahr 1959 spielt er im Historienepos Hannibal Quintilius, den Sohn des mächtigen römischen Senators Fabius Maximus. Ebenfalls in diesem Film zu sehen ist sein späterer Freund und Dauerpartner Bud Spencer, der sich zu dieser Zeit aber noch Carlo Pedersoli nennt. Mario und Carlo lernen sich bei den Dreharbeiten aber nicht kennen, da sie keine gemeinsame Szene haben. 1963 sucht Luchino Visconti einen jungen Mann, der in seinem neuen Film Der Leopard neben so gestandenen Schauspielern wie Burt Lancaster, Claudia Cardinale und Alain Delon bestehen kann. Seine Wahl fällt auf Mario. Der Film wird so erfolgreich, dass Mario im Anschluss daran sein Studium der Literatur und Philosophie aufgibt und sich voll auf die Schauspielerei konzentriert.
Inzwischen ist in Deutschland der Produzent Horst Wendlandt auf Mario aufmerksam geworden. Er hat gerade großen Erfolg in Deutschland mit den Verfilmungen von Karl May Romanen und engagiert Mario für die Fortsetzung seines Erfolgswestern Winnetou. Marios Rolle als Leutnant Robert Merril in Winnetou 2 macht ihn in Deutschland über Nacht bekannt und Horst Wendlandt entschließt sich Mario noch in drei weiteren Karl May Filmen zu besetzen. Dazu kommen in dieser Zeit noch die deutschen, bzw. österreichischen Produktionen Duell vor Sonnenuntergang und Ruf der Wälder. Im Jahr 1966 ist Mario dann nochmal in der zweiteiligen Nibelungen-Verfilmung von Winnetou-Regisseur Harald Reinl zu sehen, bevor er 1967 Deutschland den Rücken kehrt und nach Italien zurückgeht.
Die Geburt Terence Hills und privates Glück (1967 - 1971)
In diesem Jahr ist Mario sehr fleißig. Sein erster Film nach seiner Rückkehr in sein Heimatland ist Io non protesto, io amo. Hier ist er wieder in seiner bis dahin so typischen Rolle als verliebter Jüngling zu sehen. Direkt im Anschluss hat er dann aber die Möglichkeit auch in Italien im Westerngenre Fuß zu fassen. Zusammen mit Schlagerstar Rita Pavone dreht er den Musikwestern Blaue Bohnen für ein Halleluja. Die Rolle ist indirekt auch der Grundstein für die darauf folgende schicksalhafte Begegnung mit Bud Spencer bei den Dreharbeiten zum Italo-Western Gott vergibt - wir beide nie!. Mario ist für diesen Film gar nicht als Darsteller vorgesehen, denn die Rolle des "Cat Stevens" soll eigentlich Peter Martell spielen. Da dieser sich aber kurz vor Drehstart bei einem Streit mit seiner Freundin den Fuß bricht, muss Regisseur Giuseppe Colizzi schnell Ersatz finden. Manolo Bolognini, der Produzent von Blaue Bohnen für ein Halleluja, gibt seinem Freund Colizzi daraufhin den Tipp es doch mit Mario Girotti zu versuchen, der gerade mit ihm gedreht habe und dem damals als Django sehr bekannten Westernstar Franco Nero sehr ähnlich sähe. Colizzi trifft sich mit Mario und nimmt ihn sofort mit nach Spanien zum Set von Gott vergibt - wir beide nie!. Genau wie Bud Spencer muss sich auch Mario für diesen Film einen neuen Namen zulegen, da der Film, der für ganz Europa produziert wird, mit amerikanisch klingenden Schauspielern einfach besser zu vermarkten ist. Mario bekommt eine Liste mit 20 Namen in die Hand gedrückt und muss sich innerhalb von 24 Stunden für einen entscheiden. Seine Wahl fällt auf Terence Hill. Der Name gefällt ihm und außerdem hat er die gleichen Initialen wie der Name seiner Mutter. Der große Erfolg des Westerns überrascht alle Beteiligten. Das Duo Spencer/Hill verbucht seinen ersten Publikumserfolg und so wird natürlich auch gleich an einer Fortsetzung gearbeitet. Zuvor aber heiratet Terence Hill noch 1967 die bayerisch-stämmige Amerikanerin Lori Zwicklbauer, die die Dialogtrainerin für Gott vergibt - wir beide nie! war. Im Jahrestakt folgen dann 1968 und 1969 die beiden Fortsetzungen des so erfolgreichen Erstlings an der Seite von Bud Spencer, nämlich Vier für ein Ave Maria und Hügel der blutigen Stiefel. Ebenfalls ins Jahr 1969 fällt auch die Geburt von Terences erstem Sohn. Am 7. November 1969 erblickt Jess in Rom das Licht der Welt. Und auch wenn man glauben könnte, dass es für Terence in dieser Zeit kaum besser laufen kann, so wird das Jahr 1970 noch erfolgreicher. In diesem Jahr tritt der ehemalige Kameramann Enzo Barboni an Terence Hill und Bud Spencer heran. Er möchte etwas Neues ausprobieren und einen Italo-Western drehen, der mit reichlich flotten Sprüchen und lustigen Prügeleien garniert eher eine Komödie als ein harter Western ist. Mit Bud und Terence hat er da die Idealbesetzung gefunden. Die rechte und die linke Hand des Teufels, in der Terences Sohn Jess als Baby zu sehen ist, und die sogar noch erfolgreichere Fortsetzung Vier Fäuste für ein Halleluja im Folgejahr katapultieren das Duo Spencer/Hill ganz nach oben im europäischen Kino. Es beginnt die Ära eines der erfolgreichsten Filmduos der Filmgeschichte.
Soloprojekte, Umzug in die USA und Regiedebüt (1972 - 1983)
In den 70er Jahren dreht Terence Hill weitere sieben sehr erfolgreiche Filme zusammen mit Bud Spencer, findet aber dazwischen auch immer wieder die Zeit für ebenso erfolgreiche Soloprojekte, wie zum Beispiel Mein Name ist Nobody (1973) unter der Regie von Sergio Leone und Tonino Valerii, eine Rolle, die er später als seine Lieblingsrolle bezeichnete. Der Film ist so erfolgreich, dass der zwei Jahre später entstandene Western Nobody ist der Größte in Deutschland direkt als Nobody-Fortsetzung vermarktet wird, obwohl der Film eigentlich völlig eigenständig ist. Ebenfalls im Jahr 1973 adoptieren Terence und Lori Hill während der Dreharbeiten zu Zwei wie Pech und Schwefel in einem Münchner Krankenhaus einen Waisenjungen, dem sie den Namen Ross Girotti Hill geben. Ein Jahr später zieht die Familie in die USA in den kleinen Ort Stockbridge in Massachusetts und in den Jahren 1976 und 1977 ist Terence Hill dann auch in zwei Hollywood-Produktionen zu sehen, zuerst in Mr. Billion und anschließend in Marschier oder stirb an der Seite von Gene Hackman und Catherine Deneuve. Auch die folgenden gemeinsamen Filme und Soloprojekte entstehen nun zumeist in den USA, wenn auch als italienische Produktionen, wie beispielsweise Zwei außer Rand und Band (1976), Zwei sind nicht zu bremsen (1978), Zwei Asse trumpfen auf (1981) und Zwei bärenstarke Typen (1983). Im Jahr 1983 gibt Terence Hill auch sein Debüt als Regisseur. An Keiner haut wie Don Camillo ist die ganze Familie Hill beteiligt. Terences Frau Lori schreibt das Drehbuch, Terence selbst ist als Regisseur und Produzent tätig und spielt die Hauptrolle des titelgebenden Pfarrers Don Camillo und seine beiden Söhne Ross und Jess sind in kleinen Rollen zu sehen.
Das Ende einer Ära (1984 - 1985)
Im Anschluss an diese Familienarbeit dreht Terence mit Bud Spencer in Rio de Janeiro den Film Vier Fäuste gegen Rio, in dem beide in einer Doppelrolle zu sehen sind. Ein Jahr später endet dann im Jahr 1985 schließlich die Ära des so erfolgreichen Duos Spencer/Hill mit der Polizeikomödie Die Miami Cops. Da abzusehen ist, dass diese Art der Komödie zukünftig nicht mehr den Erfolg haben wird wie in der Vergangenheit, beschließt man nach insgesamt siebzehn gemeinsamen Filmen vorerst getrennte Wege zu gehen.
Terence dreht mit seiner Familie und trauert um seinen verunglückten Sohn (1987 - 1992)
Dieser Weg führt Terence im Jahr 1987 wieder mit E. B. Clucher zusammen. In Renegade ist Terence Hill erneut an der Seite seines Sohnes Ross zu sehen. Die Zusammenarbeit entsteht eher zufällig. Terence zeigt Ross das Drehbuch und dieser schlägt mehr zum Spaß vor, dass er doch die Rolle des Matt spielen könnte. Terence findet die Idee gut und nimmt Ross mit zu Probeaufnahmen. Ross überzeugt und darf somit die Hauptrolle neben seinem Vater übernehmen.
Leider ist diese erste Hauptrolle auch seine letzte, denn am 30. Januar 1990 verunglückt Ross mit seinem Auto. Sein Wagen kommt auf vereister Straße von der Fahrbahn ab und prallt gegen einen Baum. Ross ist auf der Stelle tot und auch dessen Freund Kevin stirbt an den Folgen des Unfalls. Für Terence bricht eine Welt zusammen. Er ist am Boden zerstört und weiß nicht wie es weiter gehen soll. Er steckt gerade mitten in den Vorbereitungen zur Comic-Verfilmung Lucky Luke, in der Ross eigentlich die Rolle des Billy the Kid spielen sollte und ist drauf und dran alles hinzuwerfen. Seine Frau Lori, die für das Drehbuch zu Lucky Luke verantwortlich ist, hindert ihn daran und so beginnen noch im gleichen Jahr die Dreharbeiten. Die Rolle des Billy the Kid wird allerdings nicht neu besetzt, sondern aus dem Drehbuch gestrichen. Der Abspann des Films endet mit den Worten "Love is eternal", eine Widmung für Ross und Kevin.
Im Anschluss an den Lucky Luke Kinofilm schlüpft Terence für eine TV-Serie nochmal in die Rolle des Comic-Helden und ist damit zum ersten Mal überhaupt in einer Fernsehserie zu sehen. Bis 1992 entstehen insgesamt acht Folgen der Westernserie. Im Zuge der Promotion für Lucky Luke ist Terence Hill am 2. November 1991 Gast bei Thomas Gottschalk in der 70. Sendung von Wetten, dass..? in Basel. Bei seiner Wette tippt er, dass es dem Wettkandidaten nicht gelingt innerhalb von 100 Sekunden 20 von 200 Fliegen zu fangen. Als Wetteinsatz bietet Terence an, seinem sächsischen Heimatort Lommatzsch einen Besuch abzustatten und dort den Kindern einige Stunts aus seinen Filmen zu zeigen. Er verliert seine Wette, zur Einlösung seines Wetteinsatzes kommt es aber erst ein paar Jahre später.
Comeback mit Bud Spencer und Besuch des Elternhauses (1994 - 1997)
Im Jahr 1994 lässt sich Terence von seinem alten Weggefährten Bud Spencer zu einen weiteren gemeinsamen Film überreden. In Die Troublemaker verschlägt es das Duo über 20 Jahre nach Vier Fäuste für ein Halleluja wieder in den wilden Westen. Das Drehbuch für diese Westernkomödie stammt von Terences Sohn Jess, der auch wieder in einer kleinen Rolle zu sehen ist, während Buds Sohn Giuseppe an der Produktion beteiligt ist. Zur Weltpremiere am 15. März 1995 in Dresden erscheinen Bud und Terence persönlich. Drei Tage vor dieser Weltpremiere in Dresden nutzt Terence die Gelegenheit in Sachsen zu sein dazu, seine 1991 bei Thomas Gottschalk verlorene Wette einzulösen und besucht so am 12. März seinen Heimatort Lommatzsch, wo es heute ein kleines Terence Hill Museum gibt. An den Erfolg vergangener Tage können Terence Hill und Bud Spencer mit diesem Comeback leider nicht anknüpfen. Der Film floppt an den Kinokassen genauso wie auch Terence Hills Nachfolgefilm Virtual Weapon aus dem Jahr 1997, in dem er ein Computerhologramm auf der Suche nach seinen eigenen Mördern spielt. Virtual Weapon ist für die kommenden 14 Jahre die letzte Arbeit Terence Hills, die auch in Deutschland veröffentlicht wird.
Großer Erfolg als Pfarrer Don Matteo (1998 - 2022)
Im Jahr 1998 führt die Rolle in einer neuen Fernsehserie Terence Hill filmisch zurück nach Italien. In der kleinen Stadt Gubbio in der Region Umbrien entsteht ab dem 12. Oktober 1998 die erste Staffel der Serie Don Matteo. In vorerst 16 Folgen spielt Terence Hill den Pfarrer Don Matteo, der immer wieder in Kriminalfälle verstrickt wird. Die Ausstrahlung der Serie im Frühjahr 2000 wird ein Riesenerfolg. Bis zu neun Millionen Italiener schauen Terence Hill beim Lösen der Fälle zu. Ohne längere Drehpausen entstehen direkt im Anschluss die zweite und dritte Staffel der Serie. Für die vierte und fünfte Staffel in den Jahren 2004 und 2005 wird das Konzept der Serie etwas verändert. Neben den weiterhin vorhandenen Kriminalfällen gibt es nun auch eine folgenübergreifende Rahmenhandlung, welche die Nebencharaktere mehr ins Geschehen einbindet und statt 16 Episoden werden nun 24 Folgen pro Staffel gedreht. Die fünfte Staffel endet mit der Auswanderung Don Matteos nach Brasilien und soll damit auch das Ende der Serie besiegeln.
Das Publikum möchte aber mehr von Don Matteo sehen und so kehrt Don Matteo im Frühjahr 2008 für eine sechste Staffel nach Gubbio zurück und obwohl mit Flavio Insinna einer der Hauptcharaktere die Serie verlassen hat, bleiben die Zuschauer der Serie treu. Im Zweijahres-Rhythmus folgen die Staffeln sieben und acht. Auf den anhaltenden Erfolg der Serie angesprochen, antwortet Terence, dass Don Matteo offenbar ein fester Teil im Leben vieler Zuschauer geworden ist. Er ist dem Publikum sehr dankbar dafür, dass dieses ihm seine ganze Karriere über so treu geblieben ist und möchte die Zuschauer nicht enttäuschen.
Die neunte Staffel, die 2013 entsteht, bringt einige Veränderungen. Der Handlungsort ist nicht länger die Stadt Gubbio, sondern das näher an Rom liegende Spoleto. Dem Erfolg schadet dieser Wechsel nicht. Der neunten Staffel folgen im gewohnten Zweijahres-Rhythmus die Staffeln zehn bis zwölf. Für die elfte Staffel wird ein zweites Mal die Hauptrolle des Capitano der Carabinieri ausgetauscht. Simone Montedoro muss nach 124 Folgen gehen. Er wird durch Maria Chiara Giannetta, dem ersten weiblichen Capitano, ersetzt. Mit der zwölften Staffel feiert die Serie ihren 20. Geburtstag und ändert ihren Ausstrahlungsrhythmus. Statt wie zuletzt 26 Episoden besteht die neue Staffel nur noch aus zehn Episoden, die dafür nun allerdings Spielfilmlänge haben. Jede Episode ist dabei einem der zehn Gebote gewidmet. Auch diese Änderung trägt das Publikum mit. Don Matteo bleibt der König der Einschaltquoten.
Dennoch geht die Erfolgsgeschichte um Don Matteo im Jahr 2021 zu Ende. Terence Hill ist mittlerweile über 80 Jahre alt und nicht mehr bereit ein ganzes Jahr Arbeit in eine neue Staffel zu investieren. Er möchte mehr Zeit für die Familie und für andere Projekte und erklärt im Frühjahr 2021, dass die kommende 13. Staffel die letzte für ihn als Don Matteo sein wird. Am 18. September 2021 fällt in Spoleto nach über 20 Jahren und am Ende 259 Episoden seine letzte Klappe. In der 13. Staffel ist Terence Hill noch in vier Folgen zu sehen. Die Serie geht anschließend mit Raoul Bova als Don Massimo weiter.
Trotz des über 20 Jahre anhaltenden Erfolges in Italien, hat die Serie es sich sehr schwer getan in Deutschland Fuß zu fassen. Von der ersten Staffel sind zwar schon 2002 zwei Folgen zur Probe synchronisiert worden, aber es fand sich seinerzeit kein Sender, der sie ins Programm nehmen wollte. Die beiden Testfolgen sind im Oktober 2011 über die Internetplattform iTunes und später auch auf DVD veröffentlicht worden.
Erst nach über 20 Jahren Gelang es Marcus Zölch die serie endlich auch nach Deutschland zu holen. Andere Länder waren in dem Punkt deutlich schneller. So lief die Serie beispielsweise schon in Frankreich, Ungarn, Australien und in den USA.
Weitere TV-Projekte und das langersehnte Comeback in Deutschland (2005 - 2011)
Obwohl Terence Hill in dieser Zeit als Don Matteo gut ausgelastet ist, nimmt er sich nach Abschluss der vierten Staffel erstmals die Zeit für ein anderes Projekt. Ebenfalls für den Sender RAI dreht er von März bis Mai 2005 in Kalabrien den zweiteiligen Fernsehfilm L'uomo che sognava con le aquile. Er spielt darin einen Käsebauern, der sein Land gegen korrupte Politiker und Geschäftsleute verteidigt, die dort ein Erholungszentrum bauen möchten. Die TV-Premiere des Zweiteilers zum Jahresbeginn 2006 ist ein enormer Erfolg, den zweiten Teil verfolgen über 10 Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen. So verwundert es wenig, dass Terence Hill sich nach Abschluss der sechsten Don Matteo Staffel einem sehr ähnlichen Projekt widmet und im Sommer 2008 wieder für einen italienischen Fernseh-Zweiteiler vor der Kamera steht. In L'uomo che cavalcava nel buio spielt Terence den Reittrainer Rocco, dessen Karriere durch den Reitunfall seines Schülers auf einem gedopten Pferd zerstört wird. Obwohl Rocco weder für den Unfall, noch für das Doping verantwortlich ist, übernimmt er die Verantwortung dafür und zieht sich aus dem Reitsport zurück. Erst Jahre später kehrt er zurück, stellt sich der Vergangenheit und beginnt ein schüchternes Mädchen zu trainieren. Die Einschaltquoten des neuen Zweiteilers erreichen nicht die sensationellen Quoten des Vorgängers, sind aber immer noch sehr gut. Den zweiten Teil sehen im Mai 2009 fast 7 Millionen Italiener.
Noch vor der TV-Premiere von L'uomo che cavalcava nel buio kommt, nimmt Terence noch ein weiteres Projekt in Angriff. Er reist direkt nach Ende der Dreharbeiten des Zweiteilers in die USA und bereitet dort sein Comeback im Wilden Westen vor. Von Oktober bis Dezember 2008 schlüpft er wieder in ein paar Cowboystiefel und schwingt sich in den Sattel. Der zweiteilige Western, dessen Dreharbeiten in New Mexico und Arizona stattfinden, trägt den Titel Doc West. Terence spielt darin den studierten Arzt Doc West, der nach einem Schicksalsschlag seinen Arztkittel gegen Sattel und Revolver tauscht und anschließend als Cowboy wider Willen durchs Land zieht und einige Abenteuer zu überstehen hat. Neben Terence Hill sind auch Paul Sorvino und Ornella Muti mit von der Partie. Als Produzent ist Guido De Angelis mit im Boot, Regie führt Terence Hill zusammen mit Don Matteo Regisseur Giulio Base. Die Erstausstrahlung des Zweiteilers auf dem italienischen Fernsehsender Canale 5 erfolgt schließlich im September 2009. Die Einschaltquoten sind für ein Terence Hill Projekt ziemlich ernüchternd, nicht einmal 4 Millionen Zuschauer verfolgen sein Comeback als Westernheld. Die für den internationalen Markt ausgelegte Produktion zahlt sich aber dennoch aus. So wird der Zweiteiler im Jahr 2010 in den USA auf DVD veröffentlicht und im Frühjahr 2011 dann auch in Spanien. Und im Sommer 2011 steht schließlich auch Terence Hills deutsche Stammstimme Thomas Danneberg für die deutsche Synchronisation im Studio, was bedeutet, dass Doc West nach dem schon 14 Jahre alten Virtual Weapon aus dem Jahr 1997 tatsächlich das schon kaum noch für möglich gehaltene Deutschland-Comeback für Terence Hill bedeutet. Die DVD und Blu-ray des ersten Teils wurden am 1.12.2011 veröffentlicht, Teil 2 folgte am 16.2.2012.
Auszeichnung für das Lebenswerk (2010)
Obwohl Terence Hill als Schauspieler aktiv ist wie eh und je, wird ihm am 7. Mai 2010 eine besondere Ehre zu Teil. Gemeinsam mit Bud Spencer bekommt er in Rom den "David di Donatello", Italiens bedeutendsten Filmpreis, für sein Lebenswerk verliehen. Von stehenden Beifall begleitet nehmen die Beiden den Preis von Laudator Ermanno Olmi entgegen. Zu diesem Anlass sind die beiden seit langer Zeit mal wieder gemeinsam zu sehen, wenn auch nur auf einer Bühne.
Die Bergpolizei - Eine zweite Erfolgsserie (2010 - 2015)
Im Sommer 2010 widmet sich Terence Hill dann wieder einer echten TV-Serie, diesmal zur Abwechslung aber nicht Don Matteo. Statt in Umbrien steht er nun vom Juni bis September 2010 im Südtiroler Hochpustertal und in Rom für die neue Fernsehserie Die Bergpolizei - Ganz nah am Himmel vor der Kamera. In zunächst zwölf Folgen spielt Terence Hill den Förster Pietro, der zurückgezogen in den Südtiroler Bergen lebt, um dort seinen Frieden und sich selbst wiederzufinden, nachdem der begnadete Bergsteiger durch einen tragischen Unfall schwer gezeichnet wurde. In seiner Funktion als Förster wird er aber immer wieder in Kriminalfälle verwickelt, die er dann gemeinsam mit dem neu zugezogenen Kommissar der Gemeinde löst. Das Konzept ähnelt nicht zufällig dem von Don Matteo, nur wird hier verstärkt die Natur und speziell die Südtiroler Berge mit einbezogen. Das Konzept der Macher geht auf. Auch Die Bergpolizei wird ein großer Erfolg und im Gegensatz zu Don Matteo schafft es diese Serie mit sechs Jahren Verspätung auch ins deutsche Fernsehen. Im Juli 2017 feiert Terence Hill sein Deutschland-Comeback im Bayerischen Fernsehen. Terence Hill ist damit nun Hauptdarsteller in gleich zwei Erfolgsserien, die er in den nächsten Jahren im Wechsel dreht. Nach der dritten Staffel der Bergpolizei, die Anfang 2015 im italienischen und Mitte 2019 auch im deutschen Fernsehen läuft, wird Terence das Arbeitspensum allerdings zu hoch. Er steigt aus der erfolgreichen Serie aus und widmet sich wieder ganz Don Matteo.
Rückkehr ins Kino (2016 - 2022)
Im Sommer 2016 findet Terence aber auch wieder Zeit für ein neues Projekt. In der spanischen Wüste von Almería entsteht das stark religiös geprägte Roadmovie Mein Name ist Somebody. Es ist ein Herzensprojekt von Terence Hill, bei dem er nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern für das er auch das Drehbuch geschrieben hat und bei dem er auch Regie führt. Produziert wird der Film von seinem Sohn Jess. Während der Vorbereitungen zu den Dreharbeiten erreicht Terence in Almería am 27.06.2016 die Nachricht vom Tod seines langjährigen Freundes und Filmpartners Bud Spencer. Er reist zur Beerdigung zurück nach Rom und hält dort eine emotionale Trauerrede. Außerdem beschließt er den Film seinem Freund Bud zu widmen. Obwohl der Film im November 2016 bereits abgedreht ist, vergeht bis zur Kinopremiere noch über ein Jahr, welches Terence Hill wieder für Don Matteo nutzt. Am Tag des Staffelfinales der elften Staffel, es ist der 19. April 2018, startet in den italienischen Kinos schließlich auch Mein Name ist Somebody. Für den mittlerweile 79jährigen Terence Hill bedeutet dies das Comeback auf der großen Leinwand nach 24 Fernsehjahren. Und dieses Comeback bezieht sich nicht nur auf Italien. In den deutschen Kinos startet der Film am 23. August 2018. Im Rahmen des deutschen Kinostarts kommt Terence Hill für eine Woche nach Deutschland und stellt seinen Film im Rahmen einer großen Kinotour den begeisterten Fans vor.
Terence Hill denkt auch mit über 80 Jahren noch nicht an den Ruhestand. Nach seinem Ausstieg aus der Serie Don Matteo bereitet er für das Jahr 2022 gleich mehrere neue Filmprojekte vor.Weiterführende Links: Internet Movie Database SHDb
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