Zwei Missionare
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Rainer Brandt Film (Berlin)
Dialogbuch: Rainer Brandt
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Zwei Missionare
Porgi l'altra guancia; Two Missionaries
Italien; Frankreich 1974 - 93 Min.
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Inhalt

Wir schreiben das Jahr 1890. Die katholischen Priester Pater Pedro und Pater G. sind auf Mission in einem kleinen Dorf im südamerikanischen Dschungel. Da ihnen viel am Wohlbefinden der Dorfbewohner liegt, sind sie sehr beliebt. Bei der Kirche kommt dieses großzügige Vorgehen allerdings nicht so gut an, da sie zwar an gläubige Christen interessiert ist, sie aber kein Interesse daran hat, dass bei den Dorfbewohner Wohlstand einkehrt. Damit liegt die Kirche auf gleicher Welle mit dem skrupellosen Marchese Gonzaga, der als Gouverneur die gesamte Region unter seine Fittiche hat und sich mit Sklavenarbeit und Ausbeutung auf Kosten der armen Bevölkerung bereichert. Um bei der Kirche gut dazustehen, besticht er den örtlichen Bischof durch großzügige Spenden. Als die beiden Priester zum Warenaustausch in die Stadt kommen, kommt es folglich zu handfesten Auseinandersetzungen zwischen ihnen und den Schergen Gonzagas, die damit enden, dass die Schergen das Schiff der Padres anzuzünden. Um an Geld für ein neues Boot zu kommen, wenden diese sich zunächst an den Bischof, werden aber abgewiesen. Da Pater G. sich aber den Ring des Bischofs "ausgeliehen" hat, können sie im Casino das Geld für ein neues Schiff gewinnen, denn das Casino gehört zufällig einem alten Knastbruder von Pater G. Als sie die Rückreise antreten wollen, werden sie mit Waffengewalt gezwungen eine Plantage Gonzagas anzusteuern. Der Marchese hat nämlich mit dem Bischof ausgehandelt die beiden Priester aus dem Verkehr zu ziehen und sie in ein bewachtes Kloster Gonzagas zu stecken. Dort angekommen erfahren die Priester, dass drei Sklaven am nächsten Morgen hingerichtet werden sollen. Dies wollen die beiden Priester nicht zulasse- Mit Hilfe einer List und vielen schlagkräftigen Argumenten gelingt die Befreiung der drei Sklaven und die Flucht von der Plantage. Auf der Heimreise zu ihrer Mission beichtet Pater G. seinem Kollegen Pedro, dass er eigentlich kein echter Priester ist. Pater Pedro wirft diesen daraufhin über Bord. Pater G. kann ihn aber noch zurufen, dass er seine neue Adresse in einer Flaschenpost finden wird. Als Pater Pedro in seine Mission zurückkehrt, findet er dort eine Menge anderer Priester vor. Sie wollen die Mission übernehmen, um aus den Dorfbewohnern unterwürfige Christen zu machen. Pedro streift daraufhin seine Kutte ab und empfiehlt den Dorfbewohnern sich von der Kirche abzuwenden und sich stattdessen wieder einen Häuptling zu suchen. Am Strand findet er die Flaschenpost von Pater G. und begibt sich zu ihm in den Dschungel. Nach anfänglichen Reibereien, begeben die beiden ehemaligen Priester sich in die Stadt, um beim großen Volksfest zu Ehren des Marchese Gonzagas einen großen Volksaufstand zu inszenieren, der schließlich in einer gepflegten Schlägerei sein Ende findet.

Der Originaltitel des Films lautet "Porgi l'altra guancia", die italienische Version des Bibelzitats "Halte auch die andere Wange hin".

In Zwei Missionare sind Bud Spencer und Terence Hill zum ersten Mal als Geistliche unterwegs. Diese Rolle scheint ihnen gefallen zu haben, denn in ihrer weiteren Karriere schlüpfen beide noch des öfteren in die Rolle eines Geistlichen - allerdings nie mehr gemeinsam.

Zwei Missionare ist der neunte Film des Duos Bud Spencer und Terence Hill (Hannibal ausgeschlossen). Er liegt damit genau in der Mitte der Filmografie des Duos. Die ersten neun Filme entstanden in den acht Jahren zwischen 1967 und 1974, was einem Schnitt von etwas mehr als einem Film pro Jahr entspricht. Nach Zwei Missionare folgte die erste längere Produktionspause. Der nächste gemeinsame Film Zwei außer Rand und Band kam erst 1977 in die Kinos, also gute drei Jahre später.

Zwei Missionare ist eine italienisch-französische Koproduktion, daher sind mit Jean Pierre Aumont, Mario Pilar, und Jacques Herlin auch eine Reihe französischer Darsteller mit an Bord.

Für Mario Pilar, der hier den Schurken Menendez spielt, ist dies die dritte von insgesamt fünf Rollen an der Seite Bud Spencers. Er war zuvor auch schon in Der Sizilianer und Sie nannten ihn Plattfuß zu sehen, wo er als Gangster Zweifinger-Joe Bekanntheit erlangte. Später war er noch als Dieb Salomone in Hector, der Ritter ohne Furcht und Tadel und in der Episode Der Clan der Fälscher der Serie Big Man zu sehen.

Auch Jacques Herlin hatte noch einen weiteren Auftritt an der Seite Bud Spencers. In Hector, der Ritter ohne Furcht und Tadel spielte er Paredes, der die zweifelhafte Ehre hatte Hector zum Ritter zu schlagen.

In der Rolle des skrupellosen Marchese Gonzaga ist der US-Schauspieler Robert Loggia zu sehen. Loggia hatte eine große Karriere im amerikanischen Kino und Fernsehen und war 1980 auch noch ein zweites Mal an der Seite Bud Spencers zu sehen. In Plattfuß am Nil spielte er den Ölmogul Mr. Burns, der Plattfuß in Kairo als Leibwächter anstellt. Der Adelstitel Marchese entspricht im Deutschen den Marktgraf. Marchese ist die italienische Bezeichnung. In der deutschen Synchro wird die französische Bezeichnung Marquis benutzt. Im Spanischen, was dem Handlungsort entsprechend korrekt wäre, lautet die Bezeichnung Marqués.

Mit von der Partie ist auch Dauerbösewicht und Prügelknabe Riccardo Pizzuti, der hier einen der Schläger Gonzagas spielt. Die deutsche Synchronisation verpasst ihm in diesem Film seinen Spitznamen 'Silberpappel', der mittlerweile leider oft zu 'Silberlocke' verfälscht wird.

Der Soundtrack des Films stammt aus der Feder von Guido und Maurizio De Angelis. In Italien erschien 1974 bei Emi eine LP mit 12 Songs, sowie eine Single mit dem Titelsong Mañana. Die Single wurde zum Kinostart 1975 auch in Deutschland veröffentlicht. Die B-Seite der Single ist das Instrumentalstück "El Barco de San José". Für diesen Titel ist Bud Spencer unter seinem echten Namen Carlo Pedersoli als Co-Autor gelistet.

Wie zuvor auch schon Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle wurde auch dieser Film in Kolumbien gedreht, u.a. in Cartagena, Santa Marta, Barranquilla und Leticia.

Im Dorf der beiden Padres lebt ein Professor, der sein Leben der Suche nach einem prähistorischen Fisch gewidmet hat, den er hofft noch lebend zu finden. Bei dem Fisch handelt es sich um den Quastenflosser. Im Jahr 1890, in dem der Film spielt, war der Quastenflosser nur als Fossil bekannt und galt als ausgestorben. Die Entdeckung eines lebenden Exemplars im Jahr 1936 war eine wissenschaftliche Sensation. Die von Bud Spencer zitierte Theorie des Professors, dass sich aus dem Fisch die Amphibien, dann die Reptilien, dann die Affen und schließlich der Mensch entwickelt habe, war eine gängige These der Wissenschaft im Entstehungsjahr des Films 1974. Heute glaubt man, dass der Quastenflosser eher ein Seitenarm der Evolution und somit kein direkter Vorfahr der ersten Landwirbeltiere ist. Obwohl der Professor im Film mit seinem Glauben an das Überleben des prähistorischen Fisches richtig liegt, wird seine Suche in den Gewässern rund um das Dorf der beiden Padres erfolglos bleiben. Der Film spielt in Südamerika, der lebende Quastenflosser wurde allerdings vor der südöstlichen Küste Afrikas wiederentdeckt.

Bud Spencer erfuhr während der Dreharbeiten von einer Krebserkrankung, die er auf Anraten der Produzenten in den USA behandeln ließ. Am Set ließ er sich nichts von der schrecklichen Diagnose anmerken und drehte den Film zu Ende. Glücklicherweise war die Behandlung erfolgreich und der Krebs konnte besiegt werden.

In Australien gibt es eine abweichende Schnittfassung des Films. Hier wurden teilweise alternative Kameraaufnahmen für bestimmte Szenen benutzt, z.B. auf dem Schiff auf der ersten Fahrt der Missionare. Auch wird die Sektflasche mit Pater Gs neuer Adresse hier nicht von Pater Pedro am Strand gefunden, sondern von Kindern aus dem Wasser gefischt.

Die deutsche Kinofassung des Films entspricht der italienischen Originalfassung und ist somit ungekürzt. Auf den deutschen DVDs, sowie auch der Blu-ray fehlt hingegen eine kleine Szene.

Der Film startete am 16. Januar 1975 in den deutschen Kinos und lockte damals 4,5 Millionen Zuschauer in die Säle. Der Film wurde dafür mit der "Goldenen Leinwand" ausgezeichnet.

Starttermine:
21.12.1974 Italien Kinostart 7.918.397 Besucher
16.01.1975 Deutschland Kinostart 4.500.000 Besucher
18.04.1986 Deutschland TV-Erstausstrahlung ZDF
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Besetzung
Nr. Darsteller Rollenname Synchronsprecher Bild InfoIMDb
1 Terence Hill Pater G.Thomas Danneberg
2 Bud Spencer Pater Pedro De LeonWolfgang Hess
3 Jean Pierre Aumont Monsignore DelgadoJürgen Thormann  
4 Robert Loggia Marchese Alfonso Felipo GonzagaKlaus Miedel  
5 Mario Pilar MenendezHeinz Petruo  
6 Salvo Basile   
7 Maria Cumani Quasimodo Marchesa GonzagaTina Eilers  
8 Jacques Herlin BischofWalter Bluhm  
9 Mario Erpichini SpielcasinobesitzerChristian Rode  
10 Antonio Mendoza   
Nicht genannte Darsteller
11 Raffaele Mottola Geistlicher, der Brief in Anfangsszene vorliestFriedrich W. Bauschulte  
Stuntmen
12 Roberto Alessandri Schläger  
13 Giancarlo Bastianoni Schläger  
14 Paolo Figlia Schläger  
15 Riccardo Pizzuti SilberpappelHans Walter Clasen  
16 Marcello Verziera Schläger  
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Stab
Musik
Barqueros (Interpreten), Guido De Angelis, Maurizio De Angelis
Drehbuch
Augusto Caminito (Geschichte & Buch), Fausto Saraceni (geschichte & Buch), Gianfranco Clerici (kollaborierender autor), Nino Marino (kollaborierender autor), Rodolfo Sonego (nach einer Erzählung von)
Stunt-Koordinator
Giorgio Ubaldi
Kamera
Gábor Pogány
Schnitt
Giorgio Serrallonga
Produktionsfirmen
Produzioni Cinematografiche Inter. Ma. Co. S.p.A., Marianne Productions
Produktionsleitung
Luciano Balducci (supervisor), Felice D'Alisera
Ton
Fernando Caso, Gianni D'Amico, Enzo Diliberto (als Enzo Di Liberto), Alvaro Gramigna, Mario Morigi
Spezialeffekte
Eros Bacciucchi, Giulio Molinari
Regieassistent
Salvatore Basile (als Salvo Basile), Nello Vanin
Continuity
Flavia Sante Vanin (als Flavia Vanin)
Szenenbild
Francesco Bronzi
Bauten
Aldo Puccini
Ausstattung
Ivano Todeschi
Kostüme
Marilù Carteny
Maske
Luciano Giustini, Maurizio Giustini
Frisuren
Fausto De Lisio
Produzent
Dino De Laurentiis
Regie
Franco Rossi
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Bonus Zwei Missionare: Buchauszug; Intro; Trailer; Internationale und australische Fassung Deutschland
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