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Indiana Jones (Filmreihe)

Eckdaten


Der Archäologe und Forscher Indiana „Indy“ Jones (eigentlich Dr. Henry Walton Jones Jr.) ist die fiktive Hauptfigur aus der gleichnamigen Abenteuerfilmreihe. Zwischen 1981 und 2023 entstanden 5 Abenteuerfilme. Da es sich bei Indiana Jones II um ein Prequel Handelt, wird dieser in der untenstehenden folgenübersicht auch vor dem ersten Teil aufgeführt. Zeitlich spielt er ein Jahr vor dem fund der bundeslade, der im ersten Teil gezeigt wird.

Konzept


In den fünf Filmen begleitet der Zuschauer den Archeologen und Abenteurer Indiana Jones von den frühern neuzehnhundertdreißigern bis in die späten sechziger auf Schatzsuche. Indiana Jones wird in allen Filmen von Harrison Ford
verkörpert.

Die Figur Indiana Jones


In den Filmen und sonstigen unter der Marke Indiana Jones vertriebenen Produkten wird die Biographie dieser fiktiven Figur erzählt.
Demnach wurde Indiana Jones, in der Kurzform auch Indy oder Jones, unter dem bürgerlichen Namen Henry Walton Jones, jr. am 1. Juli 1899 in Princeton, New Jersey geboren. Der im Juni 1922 an der Universität von Chicago promovierte Archäologe arbeitet nicht nur als ruhiger Wissenschaftler an einer Universität und als Professor an einem College, sondern reist auch als Abenteurer um die Welt. Er beschäftigt sich mit religiösen und okkulten Phänomenen, sucht nach legendären Reliquien und versucht insbesondere Kulturgüter der Allgemeinheit zu erhalten. Im ersten Film sucht er die Bundeslade, im zweiten Abenteuer kommt er in einen Tempel der Göttin Kali und sucht die Shankara-Steine, im dritten Teil findet er den Heiligen Gral, im vierten Film geht es um einen Kristallschädel der Inka und im fünften um den Mechanismus von Antikythera. Darüber hinaus hat er in seiner Jugend sehr viele Abenteuer erlebt, bei denen er Persönlichkeiten der Zeitgeschichte traf und an wichtigen Ereignissen teilgenommen hat. Er wurde mindestens 93 Jahre alt.

Da die ersten drei Kino-Abenteuer in den 1930er Jahren angesiedelt sind, treten die Nationalsozialisten, die sich selbst oft an antiken Vorbildern orientierten, im ersten und im dritten Film als Gegenspieler auf. In drei Kino-Filmen wird der Abenteurer von einer Frau begleitet, beim „letzten Kreuzzug“ ist auch sein Vater Professor Dr. Henry Jones sr. an seiner Seite. Beim vierten Kino-Abenteuer, das fast 20 Jahre später spielt, tritt erstmals sein Sohn Mutt Williams auf. Typische Merkmale von Indiana Jones sind der Fedora und seine Peitsche. Jones hat eine Schlangen-Phobie, die im dritten Kinofilm damit erklärt wird, dass Indiana als Jugendlicher auf der Flucht vor Verfolgern in einen Zirkus-Waggon voller Schlangen gefallen ist.

Filmmusik


Die Filmmusik schrieb der US-amerikanische Komponist John Williams,
der für jeden Score der Indiana-Jones-Filme verantwortlich ist. Er komponierte den „Raiders March“, der auch außerhalb der Fangemeinde populär wurde. Für jeden einzelnen Teil komponierte Williams Leitmotive:
Auf dem Soundtrack zu Teil 1 erschien erstmals die bekannte Titelmelodie. Außerdem wurden ein Thema für die Figur Marion und ein Thema für die Bundeslade geschrieben. Kampfszenen wurden auch ausschweifend untermalt. Ein Charaktermerkmal ist die ständige Einbindung der bekannten Fanfare.
In Teil 2 wurde der Marsch am meisten eingesetzt und immer wieder zitiert. Neue Themen wurden für den Jungen Short Round geschrieben und für Indys neuen Schwarm. Außerdem komponierte Williams ein Thema für die entführten Kinder.
Für Teil 3 komponierte Williams ein Thema für den Gral, für Indiana Jones’ Vater und einen Marsch für die Nazis (der in leicht veränderter Form auch in den Szenen während der Eroberung des Planeten Naboo durch die Handelsföderation im Film Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung benutzt wird). Auffällig ist, dass der „Raiders March“ nur selten zitiert wird.
Leitmotive wurden auch für Teil 4 verfasst. Williams schrieb ein Thema für den Sohn von Indiana Jones, ein Thema für die Agentin Irina und ein musikalisches Leitmotiv für den Kristallschädel. Außerdem wurden in diesem Soundtrack erstmals elektronische Töne eingesetzt. Diese sind in der Szene bei Peru zu hören. Es wurden jedoch viele Musikstücke aus den anderen drei Teilen zitiert.
In Teil 5 wurden neben den altbekannten Leitmotiven für Indiana Jones und Marion neue Motive für Helena Shaw, den Gegenspieler Voller und das Archimedes-Rad eingebaut. Das Helena's Theme wurde außerdem in einer Fassung für Orchester bearbeitet und mit Anne-Sophie Mutter als Soloviolinistin eingespielt.

Anmerkungen


Es existieren mögliche reale Vorbilder für Indiana Jones, darunter der US-amerikanische Archäologe Hiram Bingham, der 1911 die Ruinenstadt Machu Picchu freilegte und erforschte. In Frage kommt auch der britische Offizier und Dschungel-Forscher Percy Fawcett, der nach der „versunkenen Stadt Z“ suchte. Ein konkretes Vorbild wurde von Lucas und Spielberg allerdings nie genannt. Neben realen Vorbildern sind viele Details der Figuren und Handlungen aus Abenteuerfilmen der 1940er bis 1960er Jahren entlehnt.

Zunächst sollte Indiana Jones „Indiana Smith“ heißen; Steven Spielberg setzte jedoch eine Änderung durch. Den Namen „Indiana“ trug ursprünglich der Hund von George Lucas, ein Alaska-Malamute (auf den die Star-Wars-Figur Chewbacca zurückgeht).

Lucas hatte mit Harrison Ford bereits bei American Graffiti und Star Wars zusammengearbeitet. Da er Ford bereits in Star Wars besetzte, wollte er ursprünglich Tom Selleck für die Rolle des Indiana Jones. Selleck absolvierte einige Testaufnahmen, die als Bonusmaterial in der DVD-Kollektion der ursprünglichen Kinotrilogie enthalten sind. Selleck konnte die Rolle jedoch nicht annehmen, da er wegen der Dreharbeiten zur Serie Magnum unabkömmlich war. Doch Tom Selleck hat seine Chance dennoch bekommen: In der Magnum-Episode 159 (Legend of the lost art, dt. Titel: Eine Legende lebt) wandelt er auf den Spuren des berühmten Archäologen, den er in den Filmen nicht verkörpern konnte, stilecht mit Peitsche und Schlapphut, auf der Suche nach verlorenen Artefakten.

In der Psychologie wird das Verhalten des Verweigerns einer offensichtlich erwiesenen Erkenntnis durch eine Person, entgegen einer erdrückenden Beweislage und den Beobachtungen, die die Person selbst macht, auch als Indiana-Jones-Effekt bezeichnet. Diese Bezeichnung lehnt an Indiana Jones‘ wiederholtes Zitat "Ich glaube nicht an Magie." an, obwohl die Figur mit eigenen Augen magische Rituale, die Bundeslade, den heiligen Gral, interdimensionale Wesen und sogar Zeitreisen gesehen hat.

Mit einem Gesamteinspielergebnis von 2,12 Milliarden US-Dollar befindet sich Indiana Jones auf dem 24. Platz der weltweit erfolgreichsten Filmreihen (STand 2026).

In den Jahren 1992 und 1993 wurde die (ursprünglich 44-teilige und später zu 22 Filmen neu edierte) Fernsehserie Die Abenteuer des jungen Indiana Jones (Originaltitel The Young Indiana Jones Chronicles) produziert. In dieser Serie begegnet Jones realen Persönlichkeiten der Geschichte. Es werden Episoden aus verschiedenen Lebensabschnitten Indianas im Alter von 8 bis 10, 16 bis 20, 51 und 93 Jahren gezeigt; er wird deshalb auch von verschiedenen Schauspielern (so von Corey Carrier, Sean Patrick Flanery, Harrison Ford oder George Hall) dargestellt.

Seit Anfang der 1980er Jahre sind viele Indiana-Jones-Computerspiele für verschiedene Spielkonsolen und Computersysteme erschienen. Die bekanntesten Produkte sind die 1989 und 1992 veröffentlichten Adventures von LucasArts. Während sich die Geschichte von Indiana Jones and the Last Crusade sehr stark am gleichnamigen Film orientiert, zeichnet sich Indiana Jones and the Fate of Atlantis durch eine eigene Geschichte aus. Fans von Indiana Jones und Point-&-Click-Adventurespielen arbeiten an einem inoffiziellen Freeware-Nachfolger Indiana Jones and the Fountain of Youth, welches mit der Software Adventure Game Studio entwickelt wird.

Neben den Filmen und der Fernsehserie gibt es über 40 Romane mit Abenteuern von Indiana Jones. Einige der englischsprachigen Bücher sind in einer deutschen Übersetzung erschienen. Darüber hinaus wurden in den achzigern auch einige Spielbücher herausgebracht.

1981 betrat der amerikanische Comic-Verlag Marvel mit einer Adaption von Jäger des verlorenen Schatzes die Welt von Indiana Jones. Von 1983 bis 1986 veröffentlichte er 34 Hefte der Serie The Further Adventures of Indiana Jones. Darin tauchen neben Indiana Jones auch Figuren wie Marion Ravenwood und Sallah in ganz neuen Geschichten auf. Außerdem veröffentlichte Marvel die Comic-Adaptionen zu Indiana Jones und der Tempel des Todes und Indiana Jones und der letzte Kreuzzug. Die beiden letztgenannten wurden von Ehapa beziehungsweise Bastei-Verlag auf Deutsch veröffentlicht, während der Condor Verlag vier Taschenbücher mit gesammelten Further-Comics herausbrachte. Im Jahr 1991 übernahm der Verlag Dark Horse Comics die Lizenz, und bis 1996 publizierte er zahlreiche Miniserien. Zudem veröffentlichte Dark Horse zwölf Hefte, die an die Fernsehserie „Die Abenteuer des jungen Indiana Jones“ angelehnt waren. Davon wurden die ersten sechs Hefte übersetzt und von Bastei-Verlag publiziert. Mit dem Start des neuen Kinofilms übernahm Dark Horse 2008 die inzwischen ausgelaufene Lizenz wieder. Neben einer Comic-Adaption von Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels wurden auch neue Miniserien, Indy-Comics für Kinder und Sammelbände von älteren Ausgaben angekündigt. In deutscher Sprache erschien die Kinofilm-Adaption und die Gruft der Götter bei Panini Comics.

Folgenübersicht
Folge Titel Jahr
1 Indiana Jones und der Tempel des Todes 1984
2 Jäger des verlorenen Schatzes 1981
3 Indiana Jones und der letzte Kreuzzug 1989
4 Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels 2008
5 Indiana Jones und das Rad des Schicksals 2023
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