Van Cleef leistete seinen Wehrdienst im Zweiten Weltkrieg in der US-Marine auf einem Minensuchboot ab. Nach dem Krieg arbeitete er zunächst als Büroangestellter, bis er ein Engagement bei einem Tourneetheater bekam. Auf einer dieser Vorstellungen wurde er von Stanley Kramer entdeckt, der ihn für die Nebenrolle des Jack Colby in
Zwölf Uhr mittags
engagierte.
Obwohl es sich nicht um eine Sprechrolle handelte, brachte ihm seine unverwechselbare Physiognomie mit den scharfgeschnittenen Zügen und der Adlernase einen großen Bekanntheitsgrad ein. Van Cleef spielte, nachdem er in Zwölf Uhr mittags in diesem Rollenfach sehr effektiv gewesen war, in mehreren Westernklassikern den unrasierten, verschlagenen Helfershelfer des Hauptschurken (etwa in
Der Mann, der Liberty Valance erschoß).
Er übernahm zahlreiche Rollen in Kriminalfilmen und Fernsehserien wie Space Patrol (4 Episoden),
Bonanza,
Am Fuß der blauen Berge, Maverick oder Tausend Meilen Staub, ohne dabei Starruhm zu erreichen.
Mitte der 1960er Jahre arbeitete Van Cleef fast ausschließlich für das Fernsehen, als ihn
Sergio Leone
für die Hauptrolle des Colonel Mortimer in
Für ein paar Dollar mehr
engagierte, den zweiten Teil der Trilogie mit
Clint Eastwood.
Hierbei wurde er mit
Klaus Kinski
bekannt, der sich aufgrund einer für ihn demütigenden Streichholzszene im Film nie mit Van Cleef anfreunden konnte.
In
Zwei glorreiche Halunken,
dem letzten Teil der Trilogie, spielte Van Cleef die Rolle des Bösewichtes Sentenza. Beide Filme gelten heute als Klassiker des Italowesterns. Seine Karriere war dadurch wieder in Schwung gekommen, er etablierte sich als einer der populärsten Stars des Italowesterns und spielte meist abgebrühte, überlegene Kopfgeldjäger oder desillusionierte Revolverhelden - oftmals in ungewollter Rolle als Vaterersatz für junge Cowboys am Rande der Gesellschaft. Ein großer Erfolg wurde auch die von ihm in zwei Filmen interpretierte Figur des Sabata.
Als die Popularität der Italowestern nachließ, kehrte Van Cleef in den frühen 1970er Jahren in die USA zurück, konnte dort aber, im Gegensatz zu Charles Bronson oder Clint Eastwood, nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen. Fast alle Filme, die er ab den 1970er Jahren drehte, waren zweitklassige Billigproduktionen.
Seine letzte wichtige Filmrolle spielte er 1981 in dem dystopischen Science-Fiction-Film Die Klapperschlange von John Carpenter, in dem er als Chef der Gefängnisinsel New York zu sehen war. Es folgten zwei Actionfilme Geheimcode: Wildgänse und Der Commander mit Lewis Collins und Manfred Lehmann sowie die wenig erfolgreiche Fernsehserie Der Ninja-Meister.
Van Cleef war dreimal verheiratet: ab 1943 mit Patsy Ruth, 1960 ließen sie sich scheiden. Im selben Jahr ehelichte er Joan Drane, 1974 folgte die Scheidung. 1976 heiratete er Barbara Havelone, die Ehe hielt bis zu seinem Tod 1989. Van Cleef hinterließ vier Kinder.
Er starb am 16. Dezember 1989 im Alter von 64 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts und wurde auf dem Forest Lawn Memorial Park in Hollywood beigesetzt.
Seine schauspielerische Leistung, vor allem als Colonel Mortimer in Für ein paar Dollar mehr, war so stilprägend, dass ihm die Figur des Kopfgeldjägers in dem gleichnamigen Lucky-Luke-Comic sowie die Figur Cad Bane in der Serie Star Wars: The Clone Wars nachempfunden wurden. Weiterführende Links: Internet Movie Database
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