Arizona im Jahr 1882: Die Brüder Wyatt, Virgil, Morgan und James Earp treiben eine Rinderherde durch das Land. In der Nähe der Stadt Tombstone rasten sie. Die drei älteren Brüder reiten in die Stadt und lassen den jüngsten Bruder James bei der Herde zurück. Tombstone wird von Gesetzlosigkeit und Chaos beherrscht. Als Wyatt einen betrunkenen und randalierenden Indianer bändigt, wird ihm das Amt des Marshals angetragen. Wyatt lehnt zunächst ab, doch als die Brüder feststellen müssen, dass James ermordet und die Herde gestohlen wurde, nimmt er das Amt an, um die Mörder seines Bruders zu finden. Nach anfänglichem Misstrauen fasst der tuberkulosekranke Arzt und Spieler Doc Holliday, der mächtigste Mann von Tombstone, Vertrauen zu dem neuen Marshal. Auch Wyatt ist von dem innerlich zerrissenen Trinker Holliday beeindruckt, als dieser bei einer Theateraufführung vor dem johlenden Publikum Tombstones die Worte des Hamlet-Monologs, die dem betrunkenen Schauspieler entfallen sind, in bewegender Weise zu Ende spricht. Wyatt Earp, frisch rasiert und vornehm gekleidet, findet sich schnell in seinem neuen Amt zurecht und demonstriert der Stadt seine Autorität. Aus dem Osten der Vereinigten Staaten reist die Krankenschwester Clementine Carter an, um ihren ehemaligen Verlobten Holliday zurückzuholen. Holliday, inzwischen mit der Bardame Chihuahua liiert, weist sie zurück und fordert sie auf, wieder abzureisen. Am Sonntagmorgen läuten in Tombstone erstmals die Kirchenglocken der noch unvollendeten Kirche. Die rechtschaffenen Bürger Tombstones feiern das Ereignis mit einer Tanzveranstaltung auf dem Kirchenboden, zu der Wyatt Clementine ausführt. Auf der Suche nach den Mördern geraten zunächst die Clantons, der despotische Old Man Clanton und seine vier Söhne, ins Visier der Earps, doch Wyatt findet eine Medaille, die im Besitz von James war, bei Chihuahua. Als Wyatt Doc Holliday als mutmaßlichen Mörder seines Bruders festnehmen will, gesteht Chihuahua, dass sie die Medaille von Billy Clanton bekommen hat. Während dieses Geständnisses schießt Billy Clanton auf Chihuahua. Der flüchtige Billy wird von Virgil Earp verfolgt, doch Old Man Clanton erschießt den Verfolger. Doc Holliday versucht mit einer Notoperation die schwerverletzte Chihuahua zu retten, doch sie stirbt an den Folgen ihrer Verletzung. Wyatt und Morgan Earp werden von den Clantons, die sich nun endgültig als Mörder des Bruders entpuppt haben, herausgefordert, sich im Morgengrauen am O. K. Corral zu einem Duell einzufinden. Doc Holliday, vom Tod Chihuahuas schwer gezeichnet, gesellt sich zu den Earps, um sich den Clantons zum Showdown zu stellen. Alle Clantons sterben bei der Schießerei und auch Doc Holliday, von einem Hustenanfall geschüttelt, findet den Tod durch gegnerische Kugeln. Clementine beschließt, als Schullehrerin und Krankenschwester in Tombstone zu bleiben. Wyatt, der mit Morgan abreist, um ihren Vater zu besuchen, verabschiedet sich mit einem Kuss von ihr und verspricht ihr, zurückzukommen.
1931 wurde von Stuart N. Lake das Buch Wyatt Earp, Frontier Marshal veröffentlicht, das Earps Lebensgeschichte nach dessen eigenen Vorgaben beschönigend und verherrlichend darstellte. Nachdem es sich schnell zum Bestseller entwickelt hatte, wurde es zweimal von der 20th Century Fox verfilmt: 1934 mit George O’Brien als Earp und 1939 nach einem Drehbuch von Sam Hellman unter der Regie von Allan Dwan mit Randolph Scott als Earp und Cesar Romero als Doc Holliday.
Im November 1945 wählte Darryl F. Zanuck den Stoff als Vorlage für den Film aus, den John Ford der Fox im Rahmen seines Vertrages über insgesamt zehn Filme noch schuldete, und ließ von Winston Miller ein Drehbuch erstellen. Ford, eben aus dem Kriegsdienst zurückgekehrt, willigte in das Projekt ein, nachdem ihm in Aussicht gestellt worden war, dass Henry Fonda und Tyrone Power die Hauptrollen übernehmen könnten. Die bereits vor dem Krieg festgelegte Gage von 85.000 US-Dollar für Fords Regiearbeit wurde auf 150.000 US-Dollar aufgestockt.
Obwohl Ford später behauptete, den Dwan-Film nie gesehen zu haben, zeigt Faustrecht der Prärie sowohl inhaltliche als auch inszenatorische Ähnlichkeiten zu Dwans Version des Stoffes auf. Der Filmauftakt mit dem randalierenden Indianer in Tombstone etwa ist eine fast identische Übernahme aus Hellmans Drehbuch aus dem Jahr 1939; sogar der Darsteller des Indianers ist der gleiche. Hellman erhielt aufgrund dieser Ähnlichkeiten in Faustrecht der Prärie einen screen credit als Autor der dem Film zugrunde liegenden Geschichte.
Ford bearbeitete Millers Drehbuch nach, brachte einige humoristische Aspekte in das Skript ein und strich einige in seinen Augen überflüssige Dialoge, um einen größeren Schwerpunkt auf die visuelle Wirkung des Films zu legen. Da Tyrone Power für die Rolle des Doc Holliday doch nicht zur Verfügung stand und die Ideen, Douglas Fairbanks junior, Vincent Price oder James Stewart die Rolle darstellen zu lassen, verworfen wurden, wurde schließlich Victor Mature engagiert, wobei den Verantwortlichen Sorge bereitete, ob das muskulöse Kraftpaket Mature den todkranken, tuberkulösen Holliday in geeigneter Weise darstellen konnte. Er war wie Ford und Fonda eben erst aus dem Kriegsdienst zurückgekehrt und spielte in Faustrecht der Prärie seine erste Nachkriegsrolle. Für die Hauptrolle der Clementine wurde zunächst Jeanne Crain in Betracht gezogen, doch Ford war der Meinung, dass die unbekannte Downs die bessere Wahl für die Rolle als die etablierte Crain sei.
Die Dreharbeiten zu Faustrecht der Prärie fanden vom Mai bis zum Juni 1946 in Kayenta, Arizona und im angrenzenden Monument Valley statt. Das Budget betrug zwei Millionen Dollar, wobei allein die Kulissen für die Stadt Tombstone mit 250.000 Dollar zu Buche schlugen. Zanuck war mit dem Rohschnitt des gedrehten Materials nicht zufrieden. Nach einer Probevorführung eröffnete er Ford in einem Memo vom 25. Juni 1946, dass er umfangreiche Kürzungen vorzunehmen gedenke. Zanucks, so Fords Biograf Joseph McBride, "Ungeduld mit Fords lässigem Stil, seiner Betonung von Stimmungen und Verzierungen" führte dazu, dass er persönlich etwa zehn Minuten Material aus dem Film entfernte, um die Geschichte in seinen Augen stringenter und weniger auf komische und stimmungsvolle Momente bedacht zu machen. Zudem ordnete Zanuck an, in einigen Szenen den von Ford karg und einfach konzipierten und hauptsächlich diegetisch ausgelegten Soundtrack durch üppiger und dramatischer orchestrierte Musiksequenzen zu ersetzen. Im Juli 1946 drehte der Hausregisseur der Fox Lloyd Bacon einige Szenen für den Film nach, unter anderem einige Einstellungen von Earp am Grab seines Bruders und die Szene, als Doc Clementine auf einer nächtlichen Veranda auffordert, die Stadt zu verlassen. Die wichtigste nachträglich gedrehte Einstellung war der Kuss, den Earp Clementine in der Abschiedsszene gibt. Ford wollte eigentlich die Beziehung der beiden zum Ende des Films ambivalenter und offener darstellen. Die Eingriffe in seinen Film seitens der produzierenden Filmgesellschaft ließen Ford in den kommenden Jahren vermehrt nach künstlerischer und produktionstechnischer Freiheit streben. Ein Angebot Zanucks, für 600.000 Dollar Jahresgehalt fest angestellt als Regisseur bei Fox zu bleiben, lehnte Ford ab.
Der Film spielte in seiner ersten Auswertungsrunde in den Vereinigten Staaten 2.800.000 US-Dollar ein. Weltweit betrugen die Einnahmen aus der Kinoauswertung 4.500.000 US-Dollar. Der Film spielte somit seine für die damalige Zeit hohen Kosten wieder ein, galt aber nicht als sonderlicher Kassenschlager. Am 28. April 1947 wurde eine Hörspielfassung des Films im Rahmen des Lux Radio Theatre unter anderem von Henry Fonda, Cathy Downs und Richard Conte eingesprochen und über Hörfunk ausgestrahlt.
Faustrecht der Prärie gewann 1948 den Preis des Sindacato Nazionale Giornalisti Cinematografici Italiani für den besten fremdsprachigen Film. 1991 wurde der Film in das National Film Registry aufgenommen.
Faustrecht der Prärie ist einer der Entwicklungspunkte zwischen den ersten nicht nur von Kindern und Jugendlichen konsumierbaren Western zu Beginn der 1940er-Jahre
(Stagecoach (1939),
Der Westerner (1940), Überfall der Ogalalla (1941) und andere) und den "psychologischen" beziehungsweise Edelwestern zu Beginn der 1950er-Jahre mit ihren konfliktbeladenen Helden
(Red River (1948),
Verfolgt (1947),
Winchester ’73 (1950) und andere). Hanisch merkt an, Faustrecht der Prärie sei "ein Film der Reife", der nur noch wenig mit den Pferdeopern vergangener Tage gemeinsam habe. Mit Faustrecht der Prärie habe der Western "endgültig seine Unschuld verloren" und sei "jetzt auch in breitem Maße für ein erwachsenes Publikum unterhaltsam geworden".
Es folgten eine Reihe weiterer Verfilmungen der Legende um Earp und Holliday
(Zwei rechnen ab (1957),
Die fünf Geächteten (1967),
Doc (1971),
Tombstone (1993),
Wyatt Earp - Das Leben einer Legende (1994) und andere), die jedoch in ihrer Grundaussage alle deutlich dunkler und pessimistischer ausfielen als Faustrecht der Prärie.
Ford behauptete, er hätte Wyatt Earp kurz vor dessen Tod in den 1920er-Jahren selbst kennengelernt. Trotz Fords selbsterklärtem Anspruch, Earps Geschichte authentisch wiedergeben zu wollen, weist der Film eine Reihe historischer Ungenauigkeiten und Fehlinterpretationen auf:
Die Geschehnisse am O. K. Corral fanden bereits 1881 und nicht erst 1882 statt.
Doc Holliday, der Zahnarzt und kein Chirurg war, kam nicht am O. K. Corral um, sondern starb sechs Jahre später an Tuberkulose in einem Sanatorium.
Auch der alte Clanton war kein Todesopfer der Schießerei, sondern bereits vorher tot.
Wyatt Earp war nicht Marshal von Tombstone, sondern sein Bruder Virgil.
In Wirklichkeit war Virgil der ältere Bruder von Wyatt und nicht Morgan.
Zudem fand die Verfolgung von Billy Clanton durch Virgil Earp (im Film dramaturgischer Anlass zum Shoot Out am O. K. Corral) nie statt: Billy Clanton kam erst bei der Schießerei am O. K. Corral um, sein Verfolger Virgil fiel nicht einem Rückenschuss durch Billys Vater zum Opfer, sondern einer Lungenentzündung im Jahr 1905.
Es war hingegen Morgan, der 1882, also erst nach dem Kampf am O. K. Corral, bei einem Racheakt vermutlicher Clanton-Sympathisanten sein Leben ließ.
Der vermeintlich jüngste Earp-Bruder James „Cooksey“ Earp war nicht Jahrgang 1864, sondern 1841. Damit war er nicht der jüngste Earp-Bruder, sondern im Gegenteil der älteste. Auch starb er nicht 18-jährig durch Clanton-Hand, sondern mit 84 Jahren im Jahr 1926.
Wyatt Earp war nicht der Muster-Gesetzeshüter, zu dem er sich selbst hochstilisierte, sondern ein Spieler und Geschäftsmann im Rotlichtmilieu. Der historische Streit mit den Clantons entbrannte beim Kampf um Marktanteile bei Glücksspiel, Prostitution und Rinderdiebstahl in Tombstone. Faustrecht der Prärie ist also keine historisch genaue, sondern eine "poetische, bewusst mythische Nacherzählung der Legende von Wyatt Earp". |